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13:14 14.06.2021
Freuen sich über den Aufstieg: Dieter Haaßengier, Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Bundesangelegenheiten und TSVVorsitzender, und der Spieler Bernd Bodnariuk.

In den beiden Relegationsspielen gegen den 1. FC Schweinfurt hat der von Jan Zimmermann trainierte Regionalligist TSV Havelse die Chance, in die 3. Liga aufzusteigen und Klub-Geschichte zu schreiben. Aufstiegshelden gab es auch schon früher in Havelse, wie ein Blick in die Vergangenheit des Vereins zeigt. In der Saison 1989/1990 gelang dem TSV mit Trainer Volker Finke der Sprung in die 2. Bundesliga. Ein Blick zurück auf die Aufstiegsspiele von damals, die nach einem schlechten Start dann doch ein Happy End für Havelse hatten.

vivida bkk

Niederlage beim Meister

„Wir hatten das erste Spiel der Aufstiegsrunde mit 1:5 beim VfB Oldenburg verloren“, erinnert sich Holm Mauritz, damaliger Stammkeeper des TSV, „und dachten: Jetzt geht es wieder so los wie im Vorjahr.“ Denn bereits im Sommer 1989 hatte der Garbsener Vorortklub die Aufstiegsrunde erreicht, war als Tabellenletzter mit 4:12 Punkten jedoch krachend gescheitert.

Der Außenseiter

Auch ein Jahr später ging der TSV als Vizemeister der Oberliga Nord eher als Außenseiter in die Ausscheidungsspiele. „Bielefeld und Wuppertal waren die Favoriten“, sagt TSV-Ligaobmann Rolf Svete. Neben den beiden Teams aus Nordrhein-Westfalen und besagten Oldenburgern waren die Reinickendorfer Füchse aus Berlin die Fünften im Bunde. Zwei Aufsteiger wurden gesucht, beide kamen letztlich aus Niedersachsen.

Es war der 3:2-Sieg im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld, der die Wende brachte. Bernd Bodnariuk langte doppelt hin – das Siegtor im Eilenriedestadion erzielte er vor offiziell 10 000 Zuschauern (es dürften deutlich mehr gewesen sein, da sich etliche Fans durch Lücken im Zaun ohne Ticket Zutritt verschafft hatten) eine Viertelstunde vor Schluss per Kopf. „Ruck, zuck von Bodnariuk“, titelte der kicker damals.

12:4 Punkte zum Aufstieg

Nun lief es rund beim TSV. In Wuppertal gewannen die Havelser mit 4:2, die Füchse wurden mit 3:0 wieder nach Berlin geschickt, gegen den VfB Oldenburg gab es ein 0:0. Auf der Bielefelder Alm (2:2) hielten Christian Greiner (1. Minute) und Lars Beike (77.) den ärgsten Widersacher mit ihren Toren auf Distanz und sorgten für Jubel. „Nach dem Schlusspfiff haben wir die Kofferklappe vom Bus aufgemacht und die Kiste Bier rausgeholt“, erzählt Mauritz grinsend. Der just von der Pressekonferenz kommende zerknirschte Bielefelder Trainer Ernst Middendorp fand die feiernde Havelser Meute nicht ganz so amüsant. „Der Beike hat ihm, glaub ich, sogar noch zugeprostet“, erinnert sich Mauritz.

Alles klar machten die Havelser schließlich daheim gegen den Wuppertaler SV. Vor 5300 Zuschauern in der mit Zusatztribünen erweiterten randvollen TSV-Kampfbahn, wie das Stadion an der Hannoverschen Straße damals noch hieß, kämpfte die Finke-Elf den Kontrahenten aus dem Bergischen Land nieder. Als Beike in der Schlussminute per Freistoß zum 3:2-Siegtor traf, kannte der Jubel keine Grenzen. Selbst das finale, wenn auch bedeutungslosen Spiel in Reinickendorf, gewann der TSV mit 3:2. Die Rückkehr geriet zu einem Triumphzug. „Cabriokorso“, sagt Mauritz lapidar, „bis direkt vors Garbsener Rathaus.“

Die ersten Punkte in der 2. Liga holten sich die Havelser am zweiten Spieltag in ihrem ersten Heimspiel, das Finke-Team gewann am 8. August 1990 mit 4:1. Gegner war der 1. FC Schweinfurt 05.
   

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