Menü
Anmelden
Wetter bedeckt
18°/13°bedeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover

Home
Anzeige
16:49 26.06.2021
Mit Dekorputzen sind die verschiedensten Farbgebungen möglich. Foto: tdx/VDL

Ein gesundes Wohnklima ist bei den Menschen in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Die richtige Wandgestaltung kann dazu beitragen, Innenräume gesünder zu machen. Ein Weg dorthin können etwa mineralische Putze sein. Durch ihre physikalischen Eigenschaften wirken sie sich positiv auf das Raumklima aus. 

Mineralische Putze bestehen größtenteils aus Sand, dem ein Bindemittel zugemischt wird. Beliebt sind hier Lehm, Gips oder Kalk. Sie wirken antiseptisch und beugen Schimmelbildung vor. Die Putze nehmen zudem Gerüche besser aus der Luft – in Zeiten offener Küchen keine schlechte Eigenschaft. Zudem können Putze gut Feuchtigkeit aufnehmen und langsam wieder abgeben. Das wirkt sich ebenfalls positiv auf das Raumklima aus. Sie sind somit auch gut für das Badezimmer geeignet – etwa um beschlagene Spiegel zu vermeiden.

Pinsel und Rolle sorgen für Struktur

Putze müssen nicht langweilig sein. Mit dem Zusatz von Farbe können verschiedene Kolorierungen genutzt werden. Diverse Pinsel, Rollen und andere Hilfsmittel werden genutzt, um Strukturen zu schaffen.

Wer mit dem Gedanken spielt, statt Tapeten Putze an die Wand zu bringen, sollte allerdings bedenken, dass Putze schwer zu entfernen sind. Zwar kann man sie häufig überstreichen. Aber wer es mag, stets neue Wandgestaltungen auszuprobieren, sollte lieber zur Tapete greifen.

Individuelle Wohnphilosophien lassen sich ohne großen Aufwand gestalten.
Individuelle Wohnphilosophien lassen sich ohne großen Aufwand gestalten.

Eine Ausnahme gibt es hier allerdings. Wenn man davon spricht, dass Putze schwer wieder abzubekommen sind, so gilt das nicht für Lehmputze. Lehm ist wasserlöslich und kann somit unter Einsatz von Wasser entfernt werden.

Auch wenn der Begriff Lehm womöglich noch ein anderes Bild zeichnet: In der Disziplin Design ist Lehmputz anderen Methoden der Wandgestaltung in vielen Punkten sicher ebenbürtig, teilweise sogar überlegen. In nur einem einzigen Arbeitsgang können mehrere Farbtöne gleichzeitig aufgetragen werden. Es entstehen die klassischen Wisch- und Lasureffekte mit der charakteristischen Tiefenwirkung eines Putzsystems. Lehmputze sind auch als Modellierputze einsetzbar.

Streichen ist nicht notwendig

Geglättete, verbürstete, gefilzte oder anderweitig strukturierte Ausführungen sind möglich. Er lässt sich in vielen beliebigen Farbvarianten abmischen. Weil die Farbgebung bereits mit dem Putz geschieht, fällt – wie bei anderen Putzen auch – der Arbeitsgang Streichen weg. Dort, wo Flächen häufig gereinigt werden, sorgt Naturwachs für Wischfestigkeit (etwa im Bereich des Handwaschbeckens, hinter der Küchenarbeitsplatte). In anderen Bereichen dient das Wachs, vor allem wenn es pigmentiert ist, als zusätzliches Gestaltungselement. Wie alle anderen Lehmputzoberflächen, bleibt die gewachste Wand diffusionsoffen und überarbeitbar. Lehmputz-Farbtöne werden trocken gemischt, sie verderben also nicht. So können für Nachbesserungsarbeiten fertig abgemischte Farbtöne über Jahre hinweg aufbewahrt werden.

Foto: tdx/VDL
Foto: tdx/VDL

Lehm ist ein Verwitterungsprodukt der Natur und besteht aus Ton, Sand und Schluff. Verschiedene Feinkörnungen, zum Beispiel hochreiner Marmor, geben den Putzen ihre individuelle Struktur. Alle Oberflächenprodukte werden ohne Konservierungsstoffe, Kunstharze, Dispersions- oder Harzverbindungen, Kali-Wasserglas-(Silikat)-Verbindungen, Caseinen hergestellt. Sie sind vollständig lösemittelfrei und enthalten weder künstliche noch natürliche Terpene (sogenannte Citrusterpene). Natürliche, fein abgestimmte Zuschläge auf pflanzlicher Basis verbessern die Verarbeitungseigenschaften und die Oberflächenqualität.

Lehmputze sind diffusionsoffen und erhalten die Eigenschaften darunter liegender Schichten vollständig. Erforderlich ist ein tragfähiger, trockener Untergrund. Gegebenenfalls wird mit einer Putzgrundierung vorgearbeitet.

Eigenleistungen: Bauhelfer müssen angemelden werden

Eine äußerst beliebte Methode, um die Kosten bei der Umsetzung der Eigenheimpläne zu senken, ist die sogenannte Muskelhypothek. Meist sind das nicht nur Eigenleistungen, denn auch Verwandte und Freunde packen häufig mit an. Schließlich ist man auch bereit, bei deren Bauvorhaben mitzuwirken.

Zwar wird man nicht wegen Schwarzarbeit belangt, denn grundsätzlich fließen für solche Dienste keine Gelder, doch gibt es eine andere Falle, in die der unbedarfte Bauherr tappen könnte. Helfer müssen der Bau-Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Erfährt die Berufsgenossenschaft von den Helfern, können sogar Bußgelder drohen, wenn man die Hilfskräfte nicht gemeldet hat.

Verwandte, Freunde und Nachbarn, die ein Bauherr als Hilfskräfte meldet, sind gegen Arbeitsunfälle versichert. Meist ist es vorab schlecht einzuschätzen, wie viele Kräfte wie lange mitarbeiten, deshalb gibt es längere Fristen für die Details. Pro geleisteter Helferstunde zahlt der Bauherr Versicherungsbeiträge, die nicht einheitlich im ganzen Bundesgebiet sind. Dafür übernimmt die Berufsgenossenschaft als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung im Unglücksfall die Kosten für alle medizinischen Maßnahmen und für eine anschließende Rehabilitation. Gezahlt wird auch bei langfristigen oder dauerhaften Unfallfolgen.

Versichert ist nicht nur die Arbeit auf der Baustelle selbst, sondern auch der Weg von und zur Baustelle einschließlich der Besorgung von Baumaterial und zu anderen Orten, die im Zusammenhang mit dem Bau aufgesucht werden. lps/Cb

1
/
2