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Home Sonderthemen Hannover Region Süd-West Sicherheit am Arbeitsplatz geht vor, auch beim Lärmschutz – Fachbetriebe im Calenberger Land handeln vorbildlich
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09:43 12.11.2020
Im Straßenbau ist die Lärmbelästigung für viele Arbeiter hoch. Darum ist ein Gehörschutz überaus wichtig. Foto: Pixabay

In vielen der „Fachbetrieben in Ihrer Nähe“ kommt es täglich vor, dass auch schwere Gerätschaften eingesetzt werden, die das Gehör schädigen können, wenn nicht vorgesorgt wird. Erfahrene Mitarbeiter wissen das schon lange und sorgen durch optimalen Gehörschutz vor.

Dabei unterstützen sie selbstverständlich auch junge Kolleginnen und Kollegen, überwiegend Auszubildende, die noch nicht so viel Erfahrung mit den unterschiedlichsten Arbeiten mit schweren Gerätschaften besitzen. So sind die „Fachbetriebe in Ihrer Nähe“ auch in Sachen Gesundheitsschutz bestens aufgestellt und gelten in der Region als vorbildlich.

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Vorsorge ist von Belang

Dennoch sind Auszubildende immer noch gefährdet. Speziell dann, wenn Kreissägen, Presslufthämmer und dröhnende Maschinen eingesetzt werden müssen. Die erreichen auf vielen Baustellen hohe Lärmpegel. Folge: Wer sich nicht schützt, wird krank. Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste anerkannte Berufskrankheit in der Bauwirtschaft, davor warnt auch die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) sowie die Deutsche Gesellschaft für Akustik e. V. (DEGA).

Unter der Regie der DEGA findet jedes Jahr der Tag gegen Lärm statt, letztmalig im April 2019. In diesem Jahr fiel der Tag allerdings der Corona-Pandemie zum Opfer. Aber auch unabhängig mit einem öffentlichen Tag ist es den beteiligten Firmen und Unternehmen ein Bedürfnis, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Lärmbelästigung zu schützen und über Lärmrisiken in Beruf und Freizeit zu informierten sowie Schutzmaßnahmen anzufordern, beziehungsweise durchzusetzen. Denn sicheres Verhalten lohnt sich für alle Beschäftigten und ihre Familien: Das sind die Kernbotschafter der Präventionsprogramms aller Beteiligten.

Maschinen und Werkzeuge sind laut

Maschinen und Werkzeuge am Bau sind laut: Schwere Fahrzeuge oder Kompressoren zum Beispiel kommen auf 90 Dezibel (dB (A)). Baukreissägen und Schlagbohrmaschinen erreichen über 100 dB (A). Wer ungeschützt und über längere Zeit einem Schallpegel über 85 dB (A) ausgesetzt ist, kann unheilbare Schäden davontragen.

Arbeitsstellen mit solchen Lärmpegeln sind deshalb laut BG BAU als Lärmbereiche zu kennzeichnen. Technische und organisatorische Maßnahmen sind dort notwendig, um Lärm zu mindern. Beim technischen Standard hat sich in den vergangenen Jahren viel bewegt. So haben Hersteller viele lärmreduzierte Arbeitsmittel auf den Markt gebracht. Beispiele sind Geräusch reduzierte Diamanttrennscheiben für Steinsägen, Spezialzangen für leisere Abbrucharbeiten oder schallgedämmte Sägeblätter für Kreissägen. Sinnvoll sind oft auch mobile Schallschutzwände und Schallschutzkapseln. Eine organisatorische Maßnahme kann es sein, Lärmbereiche von ruhigeren Arbeitsbereichen räumlich oder zeitlich zu trennen.
   
Gehörschutz ist ein großes Thema

Wenn es laut wird, sollten Arbeitnehmer gut geschützt sein. Foto: Reckmann, Pixelio.de
Wenn es laut wird, sollten Arbeitnehmer gut geschützt sein. Foto: Reckmann, Pixelio.de

Doch nicht überall werden solche Möglichkeiten genutzt und immer noch ist es auf vielen Baustellen viel zu lautstark. Wenn Lärm nicht vermieden werden kann, kommt persönlicher Gehörschutz zum Einsatz. Ab einer durchschnittlichen Lärmbelastung an einem achtstündigen Arbeitstag von 80 dB (A) – das entspricht starkem Straßenverkehr oder einem vorbeifahrenden LKW – haben Arbeitgeber ihren Beschäftigten geeigneten Gehörschutz bereitzustellen. Die Beschäftigten müssen ihn ab 85 dB (A) tragen, so die BG BAU.

Dass Schutzmaßnahmen dringend geboten sind, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Deutschlandweit sind etwa fünf Millionen Beschäftigte schädigendem Lärm ausgesetzt, teilt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit. Die gewerblichen Berufsgenossenschaften zahlten zum Beispiel 2015 fast 117 Millionen Euro an Heilbehandlungen, Rehabilitation und Renten für nahezu 39 000 Lärmgeschädigte. Allein die BG BAU hatte im gleichen Jahr über 17 Millionen Euro für über 6000 Lärmgeschädigte aufzubringen.

Schwerhörigkeit wird oft nicht erkannt

Dabei stellt sich Lärmschwerhörigkeit schleichend und über längere Zeit ein und wird von den Betroffenen zunächst nicht wahrgenommen. Erste Anzeichen lassen sich aber durch Gehörtests des Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischen Dienstes (ASD der BG BAU) erkennen, an denen Berufstätige kostenlos teilnehmen können.

Fatal ist, dass die Zahl der Geschädigten in den kommenden Jahren noch anwachsen kann. Grund: Gerade junge Leute setzen sich auch in der Freizeit großem Lärm aus. Mehrere Studien, etwa die OHRKAN-Studie des Universitätsklinikums Regensburg von 2015/2016 und Erhebungen der Hals-Nasen-Ohrenärzte, haben festgestellt, dass die Musik-Hörgewohnheiten von Jugendlichen die Gefahr eines lärmbedingten Hörschadens bergen.

Auch der ASD der BG BAU stellt immer wieder fest, dass manche Jugendliche schon am Beginn ihrer Ausbildung über ein nicht mehr ganz intaktes Gehör verfügen.

Für junge Beschäftigte vom Bau sind die Risiken, nach einigen Berufsjahren eine Lärmschwerhörigkeit davon zu tragen, besonders hoch: Laute Musik in Clubs, Konzerten, mobilen Abspielgeräten oder wummernden Bass-Boxen im Auto erreichen locker Schallpegel von 90 bis 100 dB (A). Bei solchen Lautstärken leidet das Gehör schon nach 15 Minuten wie nach einem achtstündigen Arbeitstag mit einer Belastung von 85 dB (A). Das Gehör aber macht keinen Unterschied zwischen Lärm in Beruf und Freizeit. Wird es zu oft und zu lange hohem Schall ausgesetzt, können sich die Hörsinnzellen im Innenohr nicht mehr regenerieren. Folge ist ein irreparabler Hörschaden.

Fachleute informieren

Deshalb informieren die Fachleute die Auszubildenden jederzeit über Lärmgefahren in Beruf und Freizeit. Direkt an ihren Lernorten erfahren sie, dass der Lärm von Handkreissägen, Winkelschleifern und Elektro-Bohrhämmern über 85 dB (A) liegt. Ohne Gehörschutz geht da nichts.

Die Aktionen gegen Lärm sind in den Rahmen des über mehrere Jahre angelegten Präventionsprogramms „Bau auf Sicherheit. Bau auf Dich“ eingebettet. Ziel des Programms ist es, die Beschäftigten der Bauwirtschaft insgesamt stärker für die Belange des Arbeitsschutzes zu sensibilisieren. Der Arbeitsschutz soll als Bestandteil des alltäglichen Handelns etabliert werden, denn ganzheitliche Prävention lässt sich nicht auf das Einhalten von Regelwerken beschränken. Daher liegt der Fokus des Programms auf dem individuellen Verhalten der Beschäftigten.

Unternehmen handeln vorbeugend

Die Fachbetriebe im Calenberger Land sind bestens auf Arbeiten mit lauten Geräten vorbereitet. Die Meister und Gesellen sind erfahrene Profis, wenn es um Gehörschutz geht. Sie wissen um die gesundheitlichen Risiken und sind mit Gehörschutz der jüngsten Generation bestens ausgerüstet.

Fazit: Kunden, die den „Fachbetrieben in Ihrer Nähe“ vertrauen, dürfen auch darauf vertrauen, dass die Betriebe alle Vorschriften für sicheres Arbeiten einhalten.
   

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