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Home Sonderthemen Hannover Region Ost Burgdorfer Reit- und Fahrverein St. Georg zieht positives Fazit
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17:23 14.10.2020
Auch auf dem Abreiteplatz gilt das Abstandsgebot. Fotos: Katharina Walkemeyer (6)  

Erstens es kommt, zweitens anders, drittens als man denkt: Mitten in die Vorbereitungen für das traditionelle Spring- und Dressurturnier des mitten im Herzen Burgdorfs ansässigen Reit- und Fahrverein St. Georg kam die Corona-Pandemie. Und damit war schnell klar: Aus der bei Reitern und Reitsportbegeisterten beliebten Veranstaltung, die regelmäßig Ende Mai durchgeführt wird, wird nichts. Zumindest nicht so, wie gewohnt.

Pferdestadt Burgdorf ist ohne Turnier undenkbar

„Wie auch viele andere Vereine, Gaststätten und Sportveranstaltungen mussten wir unsere Pläne für 2020 aus bekannten Gründen über den Haufen werfen“, sagt Vereinssprecher Rico-Bruno Ernst: „Unser traditionelles, jährlich für Ende Mai angesetztes Spring- und Dressurturnier mussten wir absagen. Nachdem sich die Lage im August zu bessern schien und viele Veranstaltungen unter strikten Hygiene Bedingungen wieder ins Leben gerufen wurden, haben wir uns überlegt, wie wir den Reitern in der Region Hannover auch noch ein Turnier ermöglichen können. Die Pferdestadt Burgdorf ohne Turnier – undenkbar.“

Striktes Hygienekonzept macht Veranstaltung möglich

Nun galt es, gemeinsam mit allen Mitgliedern des Vereines ein tragfähiges Hygiene-Konzept zu erarbeiten, das die Durchführung eines Dressur-Turniers möglich machen sollte. Um mögliche Ansteckungsgefahr und Übertragungsrisiken zu minimieren, stand schnell fest: Alles findet draußen an der frischen Luft statt. Auf dem Abreite- und Prüfungsplatz ist das Einhalten von Abstandsregeln unproblematisch, dienen die Pferde doch als natürlicher Abstandshalter und garantieren einen Abstand von mehr als zwei Meter. Im Bereich der sanitären Anlagen sowie vor der Imbissbude und der Meldestelle herrscht strikte Mund-Nasenschutz-Pflicht; Desinfektionsmittel stehen in ausreichender Menge bereit.

Maximal 50 Zuschauer durften auf die Anlage

Die wohl größte Umstellung bedeutete die Begrenzung der Zuschaueranzahl auf 50 Personen. So sehr das Turnier bei St. Georg in den vergangenen Jahren zum Aushängeschild und zur Werbung für den Reitsport in der gesamten Region Hannover avanciert ist; so sehr es einen festen Platz als gesellschaftliches und soziales Event in der Gesellschaft der Auestadt inne hat: Nur eine radikale Beschränkung der Zuschauer machte es überhaupt möglich, das Turnier durchzuführen und somit gerade den jungen Reitern ein Forum zu bieten, in dem sie praktische Turniererfahrungen sammeln konnten. Um diese Vorgabe auch einhalten zu können, mussten Zuschauer am Einlass ein Pfand abgeben und sich beim Kommen und Gehen in eine Anwesenheitsliste eintragen. Auch Helfer und Vereinsmitglieder dokumentierten ihre Anwesenheit in einer Liste. Teilnehmer mussten einen Anwesenheitsnachweis mitbringen.

Beschränkung auf Dressur ist der spontanen Umsetzung geschuldet

„Nur unter der Einhaltung dieser und noch vieler weiterer Punkte des Hygiene Konzeptes, war es möglich das Turnier auf die Beine zu stellen“, sagt Ernst. „Aufgrund der Tatsache, dass die Umsetzung relativ spontan und schnell erfolgen musste, hatten wir uns dafür entschieden, nur Dressurprüfungen ins Programm zu nehmen“, fährt er fort. Das sorgte dafür, die begrenzte Kapazität an Parkplätzen zu entlasten und gleichzeitig zu gewährleisten, dass genügend Abstand eingehalten wurde. Auch verhinderte dies, dass sich zu viele Reiter, Helfer und Begleiter auf der Turnieranlage tummelten.

414 Pferde starten in neun Prüfungen

„So konnten wir uns über das Wochenende verteilt auf insgesamt 414 Pferde und 252 Reiter freuen, die in neun Prüfungen an den Start gingen“, berichtet Ernst. Am Freitag standen zuerst die Prüfungen für die „Turnier-Neulinge“ auf dem Programm. Dies galt sowohl für Ross als auch für Reiter: Zum einen gingen junge Pferde in den Dressurpferdeprüfungen der Klassen A und L an den Start, zum anderen konnten die jüngsten Nachwuchsreiter der Jahrgänge 2006 und jünger Turnierluft schnuppern und Erfahrungen sammeln.

Der Vereinsnachwuchs ist erfolgreich

„Hier sind wir besonders stolz auf den erfolgreichen Nachwuchs aus unseren eigenen Reihen“, betont der St.-Georg-Sprecher: Ava Nolte konnte den Reiterwettbewerb gewinnen, Pauline Groß schaffte es als Dritte aufs Treppchen und auch Emma – das jüngstes Vereinsmitglied von St. Georg – sammelte erste Turniererfahrungen und platzierte sich mit ihrem Charly. Am Samstag und Sonntag standen dann Dressurprüfungen der Klassen A und L, unterteilt in verschieden Leistungsklassen und Ranglistenpunkte, auf dem Programm.

Ein großer Dank geht an Teilnehmer, Zuschauer und Helfer

Um die Bewirtung von Teilnehmern, Zuschauern und Helfern machten sich Peter Widdel und sein Team am mobilen Imbisswagen das ganze Wochenende hindurch verdient. „Wir sind froh, besonders jetzt bei wieder steigenden Corona-Zahlen mit unserem Hygiene-Konzept zeigen zu können, dass Veranstaltungen dieser Art funktionieren und wir weiter einen Schritt in Richtung Normalität gehen können“, zieht Rico-Bruno Ernst ein positives Fazit des Burgdorfer Dressur-Turniers: „Hierfür bedanken wir uns bei all unseren Mitgliedern, unseren Sponsoren und allen Helfern, ohne die ein solches Projekt gerade in diesen Zeiten nicht möglich gewesen wäre. Auch bedanken wir uns bei allen Teilnehmern und Zuschauern für ein vorbildliches Verhalten und das Einhalten der Hygiene-Bedingungen zu jedem Zeitpunkt.“

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