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17:53 23.10.2020
Eigenheimbesitzer sollten vor der kalten Jahreszeit überprüfen, ob Haus und Dach winterfest sind. Foto: Jürgen Nießen/pixelio

Noch Anfang Oktober gab es in diesem Jahr Temperaturen um die 20 Grad Celsius. Ein Hauch von Spätsommer lag in der Luft. Das gehört leider der Vergangenheit an, denn der Herbst ist inzwischen eindeutig angekommen. Und es ist eine Binsenwahrheit, dass Herbst und Winter auch windige Tage haben kann. In den letzten Jahren sind extreme Windereignisse deutlich häufiger geworden, was für viele Experten vor dem Hintergrund des Klimawandels zu sehen ist.  

Damit wachsen aber auch die Gefahren in vielen Bereichen des Alltags. Auf dieser Seite sollen einzelne wichtige Aspekte der bevorstehenden Sturmsaison beleuchtet werden. Als erstes fallen Eigenheimbesitzern dabei natürlich das eigene Dach ein. Hier lauern nicht nur Kosten, wenn es durch Winde abgedeckt wird. Durch herabfallende Dachziegel können auch andere Menschen und Sachwerte in Gefahr gebracht werden. Aber auch im Garten muss man vorbeugen, etwa wenn ein Baum darinsteht. Man sieht also, dass es beim Thema Sturm einiges zu bedenken gibt. Was kann man also tun, um das Dach sicher zu machen? Ist der Baum im Garten standfest? Welche Versicherung sollte man abschließen? Und was passiert, wenn es doch einen Sturmschaden gegeben hat? Antworten zum Thema finden sich auf diesen beiden Seiten.

Ein Dach muss regelmäßig überprüft werden

Fachmänner kontrollieren auch Details wie die Beschichtung und das Schneefanggitter

Dachdecker decken nicht nur neue Häuser professionell ein, sie sanieren auch im Schadensfall.
Dachdecker decken nicht nur neue Häuser professionell ein, sie sanieren auch im Schadensfall.

Ein Dach ist zunächst einmal da, um ein Haus und seine Bewohner vor den Unbilden des Wetters zu schützen. Aber letztendlich muss das Dach selbst ebenfalls vor den Elementen geschützt sein. Mit anderen Worten: Ein Dach muss so stabil sein, dass es einem Sturm standhält. Das ist nicht immer der Fall, wie man in den vergangenen Jahren an vielen Reportagen über Sturmschäden sehen und lesen konnte.

Um vor unliebsamen Überraschungen beim Dach gefeit zu sein, ist es notwendig, es regelmäßig warten zu lassen. Schließlich können Wind, Regen, Schnee und Schadstoffe in der Luft dem Dach über die Jahre Schäden beibringen, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind.

Ein Beispiel ist etwa die Dachbeschichtung. Durch undichte Stellen wird das Dach deutlich windanfälliger. Dachfenster sind ebenso neuralgische Stellen wie Schneefanggitter, Dachrinnen, Fallrohre oder Dachziegel, die sich gelöst haben könnten. Der Dachdecker weiß auch mit einem Blick, wie viele Sturmklammern zum Einsatz kommen müssen, um Dachziegel und -steine zu sichern. Dazu reicht dem Dachprofi ein Blick auf die örtliche Windlastzone, in die der Wetterdienst das Land unterteilt.

Auch wenn die regelmäßigen Überprüfungen Geld kosten – sie vermeiden Schäden und damit Ärger, der möglicherweise noch kostspieliger sein könnte.


Morsche Bäume an Straßen und auf Grundstücken sind eine Gefahr

Sicherheit geht vor – auch wenn die jeweilige Pflanze ein Blickfang ist

Umstürzende Bäume gelten als Naturereignis, wenn sie zuvor regelmäßig untersucht worden sind. Foto: Bertram Fohrn/pixelio.de
Umstürzende Bäume gelten als Naturereignis, wenn sie zuvor regelmäßig untersucht worden sind. Foto: Bertram Fohrn/pixelio.de

Ein Baum auf dem eigenen Grundstück ist ein Blickfang und im besten Fall sogar die Quelle leckeren Obstes. Wer die guten und schönen Seiten eines Baumes nutzt, hat sich allerdings auch um die möglichen Gefahren zu kümmern. Der Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Baum steht, hat die Verkehrssicherungspflicht für den Baum. Das heißt letztendlich, dass der Baum regelmäßig auf seine Standsicherheit zu überprüfen und sicherzustellen ist, dass von der Pflanze keine Gefahr ausgeht.

Dabei geht es nicht allein darum, dass sichtbare Gefahren wie morsche Äste beseitigt werden. Der Grundstücksinhaber muss vorausschauend agieren und feststellen, ob weitere Gefahrenquellen bestehen. Dazu gehört etwa die Feststellung, ob ein Baum beispielsweise von einer Krankheit befallen ist und somit seine Standfestigkeit verlieren kann. Auch das Alter des Baumes ist von Bedeutung. Ist er zu alt, kann er seinen Stand leichter verlieren als jüngere und gesunde Bäume. Morsche Bäume brauchen beispielsweise noch nicht einmal einen ausgewachsenen Herbststurm oder Orkan, um zu einer Gefahr zu werden. Schon Windstärken von 7 bis 8 reichen aus, um ihn zu kippen. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte ein Grundstücksbesitzer Experten zu Rate ziehen. Fachfirmen haben die Möglichkeit, den Baum zu untersuchen, um seinen gesundheitlichen Zustand festzustellen und im gegebenen Fall Maßnahmen zu ergreifen.

Kann der Baumbesitzer nachweisen, dass er alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt hat oder hat erledigen lassen, gilt ein dann umstürzender Baum als Naturereignis und der Grundstückseigentümer ist nicht haftbar.


Beim Neubau schon an mögliche Risiken denken

Unwetter kommen wegen des Klimawandels häufiger vor

Der in Norddeutschland nicht so übliche Schiefer wird genagelt und ist überaus sturmsicher. Foto: Didi01/pixelio.de
Der in Norddeutschland nicht so übliche Schiefer wird genagelt und ist überaus sturmsicher. Foto: Didi01/pixelio.de

Über die Jahrzehnte hinweg hat es in Deutschland nur wenige Stürme gegeben. Da es wegen des Klimawandels in den kommenden Jahren aber verstärkt zu solchen extremen Wetterereignissen kommen wird, kann man auch über präventive Maßnahmen schon beim Neubau nachdenken. Schließlich werden wegen der geringen Bauzinsen derzeit auch hierzulande viele Neubaugebiete ausgewiesen.

Das Dach ist der anfälligste Teil eines Hauses, wenn es um Wind geht. Es ist nicht nur den Elementen am stärksten ausgesetzt. Durch seine Form können am Dach Sogkräfte entstehen – ähnlich einem Segel beim Boot. Flachdächer sind generell anfälliger für dieses so genannten „Bernoullische Prinzip“. Beim Bau eines Hauses wäre es also günstig, ein Steildach einzuplanen. Die Sogkräfte sind hier schwächer und eventuelle Sturmschäden fallen so geringer aus.

Neben der Neigung ist auch das Material der Dachdeckung einen Blick wert. In unseren Breiten werden hauptsächlich Dachziegel genutzt. Im Süden und im Westen der Republik wird dagegen recht häufig Schiefer für die Deckung der Dächer genutzt. Dieser Stein hat den Vorteil, dass er genagelt wird und somit dem Wind besser standhalten kann. Wenn man sich aber für die in Norddeutschland traditionellen Dachziegel oder Dachsteine entscheidet, wäre es gut, sie mit Sturmklammern zu sichern, um auf der sicheren Seite zu sein.

Die Klammern greifen in die Falze und werden dann um die Dachlatte herumgeführt und eingeschlagen. Das gilt im Übrigen nicht nur für Neubauten. Mit Sturmklammern kann man auch Bestandsbauten nachrüsten.

Wie viele Klammern man braucht, kommt auf die Region an. Die Profis vom Dachdecker wissen hier Rat.


Dach vor Regen, Kälte und Sonne schützen

Vorrichtung wird im Laufe der Jahre anfällig

Eine sanierte Fassade macht optisch einen guten Eindruck. Ist das Dach allerdings beschädigt oder beispielsweise veralgt, sollten Maßnahmen ergriffen werden. Foto: Busche
Eine sanierte Fassade macht optisch einen guten Eindruck. Ist das Dach allerdings beschädigt oder beispielsweise veralgt, sollten Maßnahmen ergriffen werden. Foto: Busche

Im Laufe der Jahre bilden sich Moose und Flechten, die ein Dach unansehnlich werden lassen. Sie greifen die Oberfläche der Dachziegel an und können sie nachhaltig beschädigen. Feuchtigkeit und Frost dringen in die Ziegel ein und schaden der Bausubstanz.

Das Dach ist der Natur ausgeliefert. Deshalb gilt die Sorgfaltspflicht des Eigentümers oder der Eigentümerin. Mit einer modernen Dachbeschichtung kann man das Dach wirkungsvoll vor schädlichen Umwelteinflüssen bewahren und gleichzeitig die Optik der Immobilie verbessern.

Die richtige Beschichtung und eine sorgsame Verarbeitung sichern das Dach auf längere Zeit. Um das Dach dauerhaft zu schützen, kommt es auf das richtige Beschichtungsmaterial an. Hochwertige Farben und Lacke und eine handwerklich versierte Verarbeitung sorgen für Werterhaltung. Unwetter können schwere Schäden an Dächern anrichten. Die Zeit vom Herbst bis zum Frühlingsbeginn gilt als sturmintensiv. Dann zerren die Kräfte der Natur besonders heftig an den Dächern. Hauseigentümer stehen dabei in der Verkehrssicherungspflicht. Fallen Dachsteine oder Dachziegel herab, tragen die Eigentümer die Verantwortung.

Fachleute empfehlen, die Eindeckung regelmäßig zu prüfen. Haben sich einzelne Ziegel verschoben, könnten sie parkende Autos treffen oder Menschen verletzen. Die Kosten für einen Dachcheck durch Fachleute können von der Steuer abgesetzt werden.

Im Zweifel dient die Rechnung als Nachweis für die Erfüllung der Pflichten der Eigentümer. Dachdecker sorgen bereits bei der Eindeckung für den Schutz vor Sturmschäden. Durch Messungen bestimmen sie die Windbelastung, der das Dach ausgesetzt ist. Besonderes Augenmerk gilt Dachrändern und Dachvorsprüngen. Dort greift der Wind besonders an.
                               

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