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23:07 25.07.2021
In diesem Monat blüht noch die Kalmia im Kolshorner Moor.

In Zeiten des Corona-Virus geht es beim Thema Freizeitaktivitäten nicht mehr nur noch darum, wie interessant sie sind, sondern primär auch darum, wie gefährlich sie sein können. Partys und andere Zusammenkünfte mit mehreren Personen werden von Fachleuten nach wie vor als wenig ratsam erachtet. Bei Aktivitäten an der frischen Luft dagegen scheint man auf der sicheren Seite zu sein, wenn man die Abstandsregeln einhält.

Insofern werden sich Familien und Freundeskreise gerade in der warmen Jahreszeit draußen treffen – oft auch zu gemeinsamen Ausflügen. Aber warum muss man dafür in den Deister oder in den Harz fahren? Lehrte hat durchaus interessante Ziele zu bieten, die entweder mit dem Fahrrad oder mit Wanderstöcken gut erreichbar sind und lohnende Anlaufpunkte bieten. In den nächsten Wochen sollen in loser Reihenfolge ein paar dieser Ziele näher vorgestellt werden.

In diesem Monat konzentrieren wir uns zunächst auf den Lehrter Norden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ausflug ins Altwarmbüchener Moor? Gerade im Sommer lohnt sich eine Tour durch dieses Gebiet, denn dort steht gerade eine besondere Pflanze in Blüte. Nicht weit von Klein Kolshorn entfernt finden Wanderer seit mittlerweile fast 200 Jahren ein Feld mit Kalmiapflanzen. Im Juni und Juli blühen sie in der Farbe Lila.

Die giftige Kalmia ist eigentlich in Kanada zu Hause und über britische Gewächshäuser ins Hannoversche gekommen. Naturfreunde aus Hannover sollen 1834 Kalmiasamen im Moor ausgesät haben, um die Landschaft aufzuwerten. Schon der Heidedichter Hermann Löns beschrieb das Feld bei einer Wanderung im Altwarmbüchener Moor.

Verbinden kann man einen Ausflug zur Kalmiablüte gleich mit einem Bogen zum Kolshorner Teich. Der idyllische Baggersee ist 1985 entstanden und wird heute als Angelgewässer genutzt. Ebenfalls im Lehrter Norden findet man den Steinwedeler Teich, der zum selben Zeitpunkt wie der Kolshorner Teich entstand. Er ist ein Überbleibsel des Kiesabbaus und wird heute ebenfalls von einem Verein als Angelgewässer genutzt.

In unmittelbarer Nähe zieht die Aue ihre Bahnen. Das Flüsschen nimmt seinen Lauf in Richtung Aller an Steinwedel vorbei, das Wanderer aber nicht links liegen lassen sollten. Schließlich gibt es hier ein für die Region bedeutendes Gotteshaus. Die Kirche St. Petri war einst der Anlaufpunkt für Gläubige aus allen Himmelsrichtungen. Aus Lehrte, Immensen, Aligse, Röddensen und Kolshorn machten sich die Gottesdienstbesucher sonntags auf den Weg nach Steinwedel. Noch heute gehören Aligse, Röddensen und Kolshorn zur Gemeinde.

Bekannt ist die Kirche in ihrer heutigen barocken Form aus dem Jahr 1751 vor allem durch ihre die Orgel des Baumeisters Kristian Wegscheider.

Am Pfarrhaus nebenan finden Besucher seit 2014 den allegorischen Garten mit rund 80 heimischen und zugewanderten Pflanzenarten. Er beruht auf der Idee aus dem 16. Jahrhundert, theologische Themen in Predigten anhand von Heilkräutern und Pflanzen zu verdeutlichen.

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