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Home Sonderthemen Hannover Region Ost Katensens Ortsfeuerwehr feiert ihr 75-Jähriges
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23:35 08.09.2019
Mitglieder der Ortsfeuerwehr und der Jugendfeuerwehr haben sich zu einem Gruppenfoto rund um die alte Spritze von 1881 aufgestellt. Fotos: Feuerwehr (4)

Wenn die Sirene in Katensen heult, dann rückt die Ortsfeuerwehr in Windeseile aus. Sie löscht Brände, beseitigt Sturmschäden, rettet verletzte Tiere und leistet sonstige Hilfe. Seit 75 Jahren ist sie ehrenamtlich für die Dorfbewohner im Einsatz. Ihr 75-jähriges Bestehen will sie am Freitag und am Sonnabend, 6. und 7. September, feiern.

Zum Kommers am Freitag ab 18.30 Uhr auf dem Hof Schridde, Katenser Hauptstraße 17, hat das Kommando Vertreter der Feuerwehren aus den Nachbarorten eingeladen. Während der Festveranstaltung wird das frühere aktive und heutige fördernde Mitglied Otto Brandes einen 20-minütigen Film über die Geschichte der Katenser Feuerwehr zeigen.

Am Sonnabend hofft die Feuerwehr, viele Besucher aus nah und fern auf dem Hof Schridde begrüßen zu können. Um 13 Uhr beginnt ein Feuerwehrwettkampf, an dem Feuerwehrgruppen aus der Gemeinde Uetze und den Nachbargemeinden teilnehmen. Die Veranstalter sorgen für das leibliche Wohl der Gäste. Unter anderem gibt es ein Kuchenbüfett und Waffeln der Jugendfeuerwehr. Für die Kinder bauen die Organisatoren eine Hüpfburg auf und bereiten Spiele vor. Die Siegerehrung soll um 18 Uhr stattfinden. Anschließend soll DJ Mirko aus Schwüblingsen fetzige Musik bei einer tollen Scheunenparty auflegen.
   

Gegründet 1944

Der 27. Februar 1944 ist das offizielle Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr. Vorher hatte es im Dorf eine Pflichtfeuerwehr gegeben. In einem Brief hatte der Feuerwehrführer im damaligen Kreis Burgdorf im Januar 1943 den Katenser Wehrleiter Adolf Giere daran erinnert, dass nach dem Gesetz über das Feuerlöschwesen von 1938 die Pflichtfeuerwehren in freiwillige umgewandelt werden müssten. Weil während des Zweiten Weltkriegs nur ältere Männer im Dorf gelebt hätten, habe sich die Gründung bis Anfang 1944 hinausgezögert, sagt Otto Brandes. Alle jüngeren Männer waren längst zum Militärdienst eingezogen worden oder gefallen.

Die Freiwillige Feuerwehr übernahm das alte Spritzenhaus und die Tragkraftspritze, die die damalige Gemeinde Katensen im Jahr zuvor angeschafft hatte. Diese wurde auf einem einachsigen Anhänger zum Einsatzort transportiert. „Den Anhänger musste man hinter einen Traktor spannen“, sagt Brandes.

Das Spritzenhaus war 1880/1881 gebaut worden, weil die Gemeinde Katensen 1880 eine Handdruckspritze bestellt hatte. Diese wurde im Folgejahr ausgeliefert. Sie ist auch heute noch der ganze Stolz der Ortsfeuerwehr: Sie ist nämlich noch voll funktionsfähig.

Ein wichtiges Ereignis: 1981 wird die Standarte der Ortsfeuerwehr geweiht (Bild oben). Die Tragkraftspritze: Dieser Anhänger ist das erste Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Katensen gewesen (Bild Mitte). Wasser marsch!: Katenser Feuerwehrleute starten 1958 bei einem Wettkampf (Bild unten).
Ein wichtiges Ereignis: 1981 wird die Standarte der Ortsfeuerwehr geweiht (Bild oben). Die Tragkraftspritze: Dieser Anhänger ist das erste Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Katensen gewesen (Bild Mitte). Wasser marsch!: Katenser Feuerwehrleute starten 1958 bei einem Wettkampf (Bild unten).

Zur eher sparsamen Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr gehörte auch, dass sie ihre Schläuche von 1949 bis 1956 beim örtlichen Bäcker über dem Backofen trocknen musste. Daher musste ein neues Spritzenhaus her. Anfang 1956 bekam die örtliche Firma Litfin den Auftrag, ein neues Feuerwehrhaus mit Schlauchturm gegenüber dem alten zu bauen. Es wurde im Sommer 1956 fertig. Im Turm konnte man nun die Schläuche zum Trocknen aufhängen. Sechs Jahre später bekam die Feuerwehr ihr erstes Auto: einen Ford Transit. „Das war ein Einschnitt für Katensen. Jetzt hatten wir endlich eine richtige Feuerwehr“, sagt Brandes.

In den Dienstbüchern findet sich eine Anekdote wieder, die sich nach Brandes’ Kenntnis Mitte der Sechzigerjahre während eines Manövers zugetragen hat. Eines Nachts stürmte ein Soldat mit Waffe im Anschlag ins Schlafzimmer des Katenser Gemeindebrandmeisters Heinz Meyer. „Wir brauchen Hilfe. Ein Panzer brennt in der Fuhse!“, rief der Soldat. Der Panzer, der heiß gelaufen und in der Furt nahe der Wolfsförder Mühle liegen geblieben war, qualmte stark. Weil er voller Munition war, hatte die Besatzung das Weite gesucht. Die Feuerwehr sollte die Munition bergen, weigerte sich aber. Zum Glück erlosch das Feuer von allein.

1978 bekam die Ortsfeuerwehr ein neues Fahrzeug: einen Mercedes. Ein anderes wichtiges Ereignis fiel in das Jahr 1981. Da fand die Standartenweihe statt. 2005 zog die Ortsfeuerwehr in ihr heutiges Gebäude am Burgdorfer Weg ein. Die Katenser Feuerwehrleute hatten es selbst gebaut. Die Fertigstellung feierte die Ortsfeuerwehr mit einem großen Fest. Ebenfalls seit 2005 ist die Ortsfeuerwehr im Besitz ihres heutigen Autos, eines Tragkraftspritzenfahrzeugs mit Wassertank (TSF-W).
   

Innerhalb der Gemeindefeuerwehr ist die Katenser Wehr für die Rettung von Tieren zuständig. Der 2006 gegründete Förderverein kaufte einen Pritschenwagen, den Feuerwehrleute so umbauten, dass man ihn für die Tierrettung nutzen kann. Die Fahrzeugübergabe war 2010. Im Jahr 2013 griffen Feuerwehrleute wieder selbst zur Maurerkelle und bauten eine Garage dafür. Sie wurde erst Anfang dieses Jahres endgültig fertiggestellt.

Seit 2015 stehen Ortsbrandmeister André Judel und sein Stellvertreter Dennis Krüger an der Spitze der Ortswehr. Diese zählt derzeit 31 Aktive – 28 Männer und drei Frauen. Hinzu kommen drei Alterskameraden. Die Jugendfeuerwehr, die es seit 2012 gibt, hat aktuell 15 Mitglieder.

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