Menü
Anmelden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover

Home Sonderthemen Hannover Region West Totensonntag findet am 25. November statt
Anzeige
10:56 18.11.2018
Am letzten Sonntag vor dem ersten Advent ist Totensonntag.
Anzeige

Auch der Totensonntag gehört in diese Jahreszeit. Er wird immer am letzten Sonntag vor dem ersten Advent begangen. Bei diesem Sonntag handelt es sich auch um den letzten eines jeden Kirchenjahres. Er ist kein gesetzlicher Feiertag, aber ein bedeutender Tag der evangelischen Kirche. Der Totensonntag bezieht sich im Gegensatz zur scheinbaren Bedeutung des Wortes auf der einen Seite auf das ewige Leben und mahnt auch die Erinnerung an die Verstorbenen an. In speziellen Gottesdiensten wird dies auch durch die Fürbitten ausgedrückt. In allen deutschen Bundesländern ist der Totensonntag besonders geschützt. Die Feiertagsgesetze aller Bundesländer außer Hamburg bestimmen den Totensonntag als Trauer- und Gedenktag oder als „stillen Tag“ oder „stillen Feiertag“.


Ah, da hinten, der Mann mit dem Fahrrad am Friedhofstor, das ist Gerhard Struß“. Er schaut vorbei, auf dem Friedhof der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Lenthe. Zusammen mit weiteren Rentnern unterstützt er Nicolai Riese. Heute berichtet Gerhard Struß von Problemen mit Dornen, auf dem Weg liegen. Es sind einige „Kümmerer“, die auf dem Friedhof in Lenthe unterwegs sind. Nicolai Riese hat das Ehrenamt vor Jahren übernommen und ist mittlerweile für alle Fragen rund um Bestattungen in Lenthe zuständig. Er begleitet auch Trauernde, die sich vor Ort einen schönen Platz für ihre Verstorbenen aussuchen. Oder er beauftragt die Firma Franz für den Grabaushub, schaut später nach der Bestattung, ob alles gut hergerichtet ist. Veränderungen in der Friedhofskultur bemerkt Nicolai Riese in den letzten Jahren. Immer mehr Angehörige oder Menschen, die sich Gedanken über ihre eigene Bestattung machen, wünschen sich eine Urnenbestattung – gern auch unter Bäumen. Große Wahlgrabstätten oder Reihengräber werden kaum noch gekauft. Aus früheren Zeiten gibt es auf dem Lenther Friedhof sogar noch große Grabstellen für bis zu 18 Personen aus einer Familie. Außerdem zwei Bereiche für die Familien von Lenthe und von Richthofen. Heute verringert sich der Flächenbedarf. Erweiterungsflächen sind an Landwirte verpachtet. Auf die Veränderung reagiert auch die Kirchengemeinde in Lenthe. Es gibt Grabstätten ohne Pflegeverpflichtung und in der nächsten Zeit wird es auch Urnenbestattungen unter Bäumen geben. „Dafür haben wir auch schon die ersten Anfragen“, sagt Nicolai Riese. Ein Platz dafür ist ebenfalls schon gefunden, nahe der Kapelle, im Bereich der acht großen Eichen, die den Friedhof prägen. Für alle Grabstellen werden dort Namensplaketten an die Verstorbenen erinnern – auf dem kirchlichen Friedhof sind anonyme Bestattungen nicht gewünscht. Das Ehrenamt auf dem Friedhof hilft im Übrigen auch, die Gebühren gering zu halten – und vor allem insgesamt den Friedhof zu erhalten. Denn: Die Kirchengemeinde muss den Friedhof und dessen Pflege aus den Gebühren tragen und darf keine Kirchensteuermittel dafür verwenden. Deshalb helfen die Ehrenamtlichen und helfen zweckgebundene Spenden, die ebenfalls für den Friedhof verwendet werden dürfen. „Dafür sind wir sehr dankbar“, betont Nicolai Riese.

2
/
3
Datenschutz