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10:23 18.07.2019
Bei langen Fahrten sind Pausen wichtig. Foto: ADAC/dpp

Menschen sind unterschiedlich. Das gilt nicht nur für das Temperament, sondern auch für das körperliche Empfinden. Das macht sich gerade im Sommer deutlich bemerkbar. Manchen ist der Sommer zu kalt, anderen wieder zu warm. Aber es gibt immer ein paar Tage in der warmen Jahreszeit, an denen die Sonne die Luft so richtig aufheizen kann. In den letzten Jahren sind heiße Tage mit Temperaturen bis weit über 30 Grad Celsius immer häufiger geworden. Gerade der Juni 2019 hat diesen Trend wieder bestätigt. Die Hitzewellen machen das Autofahren nicht nur für das persönliche Wohlbefinden zum Problem. Ganz objektiv gesehen, können diese Temperaturen zu gefährlichen Situationen führen.

In erster Linie denkt man bei diesem Thema an die Schlagzeilen, die man im Sommer fast regelmäßig lesen kann – etwa wenn ein Kind oder ein Hund aus einem abgeschlossenen Wagen gerettet werden musste. Viele Autobesitzer unterschätzen die Kraft der Sonne und deren Vermögen, ein Auto aufzuheizen. Die Sonneneinstrahlung gelangt in erster Linie durch die Fensterflächen in das Innere des Wagens und erwärmt den Hohlraum. Das ist übrigens der Grund, warum es keine Rolle spielt, welche Farbe ein Auto hat. Ein weißes Fahrzeug heizt sich im Innern nicht weniger schnell auf als ein schwarzes. Bei einer Außentemperatur von rund 30 Grad dauert es gerade einmal 15 bis 20 Minuten, um im Innern des Wagens Temperaturen von über 50 Grad zu erzeugen. Für ein zurückgelassenes Kind oder ein Tier kann das tödlich enden. Es ist verständlich, dass man ein gerade eingeschlafenes Kind nicht wecken möchte, wenn man nur mal eben in den Supermarkt springt. Aber in diesem Fall ist ein ungehaltenes Kind das geringere Übel.

Hohe Temperaturen können darüber hinaus weitere Nebenwirkungen auf das Autofahren haben. Gerade bei längeren Touren ist es wichtig, viel zu trinken. Bis zu drei Liter Flüssigkeit sollten Fahrer pro Tag zu sich nehmen, um Konzentrationsmängel zu vermeiden. Dabei raten Experten zu Wasser, Fruchtschorlen oder ungesüßtem Tee. Zu kalte Getränke mögen zwar im ersten Moment angenehm sein, können aber den Körper zu sehr belasten. Er reagiert nicht selten mit erhöhtem Schwitzen bis hin zu Magenbeschwerden.

Fahrten in der prallen Mittagshitze können vermieden werden, wenn man in den frühen Morgenstunden oder abends auf die Fahrt geht. Aber hier gilt wieder an anderer Stelle Gefahr, denn ausgeruht sollte man dabei schon sein. Deswegen sind Nachfahrten trotz angenehmer Temperaturen keine gute Idee.

Neben der Getränkeversorgung kann man durch leichte Kleidung dafür sorgen, dass man sich im Auto wohlfühlt. Ob man dabei kurze Hosen tragen kann, kommt auf die Innenausstattung des Fahrzeugs an. Ledersitze heizen sich bei Wärme besonders schnell auf, sodass es in Shorts oder einem kurzen Rock schnell unangenehm werden kann.

Die meisten Autos verfügen über Klimaanlagen, die man bei Hitze einsetzen kann. Aber hier gilt, dass man es nicht übertreiben sollte. Die ideale Temperatur liegt bei 21 bis 23 Grad. Darunter kann es zu Kreislaufproblemen kommen. Der Luftstrom sollte nicht direkt auf den Körper gerichtet sein, da sonst Erkältungsgefahr droht.

Bei längeren Fahrten ist es sinnvoll, öfter Pausen einzulegen, bei denen die Bewegung nicht zu kurz kommt. Schutz gegen starke Sonneneinstrahlung bieten diverse Blenden, Rollos oder Folien, die an den Fenstern angebracht werden. Sie vermindern die Sonneneinstrahlung, was gerade bei Kindern durchaus angebracht ist.

Ein Sommerproblem, das den wenigsten Autofahrer bewusst ist, hat mit dem Kraftstoff zu tun. An heißen Tagen dehnt sich auch das Benzin oder der Diesel im Tank aus und verbraucht dadurch mehr Platz. Deswegen sollte man an der Tankstelle darauf achten, den Tank nicht bis an die Oberkante zu füllen. Der Kraftstoff wird dort in unterirdischen Tanks bei einstelligen Temperaturen gelagert und erwärmt sich nach dem Tanken im Auto um 20 Grad und mehr. Wenn im Tank zu wenig Platz zum Ausdehnen ist, entweicht der Kraftstoff durch den Tankdeckel oder das Entlüftungsrohr, was Schäden am Lack oder am Unterbodenschutz nach sich ziehen kann. Schlimmstenfalls droht sogar ein Fahrzeugbrand.

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