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15:28 13.04.2021
imago sportfotodienst (3), imago/Rust (3), imago/WEREK (2). imago/Sven Simon

Normalerweise stellt der Vorstand von Hannover 96 belegte Brötchen und alkoholfreie Getränke zur Verfügung – Bier muss selbst bezahlt werden. In Zeiten der Corona-Pandemie findet das Treffen mit den Abteilungsleitern jedoch im Netz statt. Einmal im Quartal, immer am ersten Dienstag des letzten Monats, lädt der Vorstand des Gesamtvereins zum großen Update ein. Dabei sind die fünfköpfige Vereinsführung um Sebastian Kramer, die Geschäftsführung, wenn es die Zeit zulässt, Teile des Aufsichtsrats und die Vorsitzenden der 18 Abteilungen. Vor Corona war es also ziemlich voll im Vereinssportzentrum unweit der HDI-Arena. Hannover 96 – das ist eben viel mehr als nur Fußball.

AOK – die Gesundheitskasse

Diese Statusrunde wird in der Regel von Katharina Freyberg geleitet, als Sportliche Leiterin seit knapp acht Monaten die Schnittstelle zwischen den Abteilungen. Bis zu 30 Menschen tauschen sich dabei aus. Zunächst äußert sich der Vorstand, dann berichten die Sparten, was bei ihnen gerade los ist. Und eine Abteilung erhält dabei die Gelegenheit, sich und ihre Aktivitäten gesondert vorzustellen. „Uns geht es um den Austausch und das Miteinander“, sagt Robin Krakau aus dem Vorstand. Dieses Miteinander, das sah bis vor zwei Jahren noch ein wenig anders aus. In einer Zeit, in der auch im Gesamtverein vieles auf den Unternehmer und Vorsitzenden Martin Kind zulief.

18 Abteilungen sind es allerdings nur noch auf dem Papier, denn die Tennissparte, neben den Leichtathleten eine der ältesten im gesamten Verein, führt aktuell nur noch rund 20 passive Mitglieder. Der Rest ist nach einem Streit mit Martin Kind ausgetreten. Natürlich profitiert auch der Gesamtverein von der Bekanntheit und dem Erfolg der 1999 ausgegliederten Fußballer, zu denen die Profis, die Reserve sowie die A- und B-Junioren gehören. Die Fußballsparte ist allerdings auch im e. V. mit knapp 5000 Mitgliedern die mit Abstand größte Abteilung. Dazu gehören die Frauen und Juniorinnen, die Senioren – die Ü32 ist in diesem Sommer erstmals bei der deutschen Meisterschaft vertreten – sowie die passiven und Fördermitglieder.

Die nächstgrößere Abteilung ist die von Gernot Gehrmann geleitete Fit&Kids-Abteilung, die wohl am meisten an der Corona-Pandemie zu knabbern hat. Knapp 1300 Mitglieder zählt sie noch, knapp 300 weniger als vor einem halben Jahr. Was in erster Linie daran liegt, dass derzeit keine neuen Kinder dazukommen können. „Unsere aktiven und passiven Mitglieder sind sehr treu, haben Vertrauen in uns und den Verein“, sagt Krakau und spricht von „moderaten Rückgängen. Die fehlenden Fördermitglieder, das ist das, was uns wehtut. Wenn die Bayern nicht kommen, wirst du eben auch kein Vereinsmitglied, um an eine Dauerkarte zu kommen.“ Was freilich auch die Traditionsabteilung betrifft, mit rund 400 Mitgliedern ebenfalls stark vertreten. Nur noch übertroffen von den 96-Triathleten, die noch etwa 100 Sportler mehr führen.


"Uns geht es um den Austausch und das Miteinander"

Robin Krakau, Vorstand


Im Badminton gehörte 96 Mitte der 50er-Jahre zu den Vereinen der ersten Stunde in Deutschland. 2004 kamen Billard und Tischtennis hinzu, 2015 Tischfußball (96 ist eine der dominierenden Mannschaften in Deutschland) und Floorball.

Am 12. April wird 96 125 Jahre alt – die letzte Abteilung, die im Gesamtverein hinzugekommen ist, ist dann genau seit einem Jahr dabei. Am 12. April 2020 haben Justus Faust und Michael Thiele die Fanabteilung aus der Taufe gehoben. Das Duo steht bislang kommissarisch an der Spitze, es müsste erst noch gewählt werden, was aufgrund der Pandemie bislang nicht möglich war. „Unser Konzept sieht zunächst einmal vor, dass wir die Mitglieder bündeln und vernünftig betreuen“, erzählt Thiele, „die emotionale Bindung zwischen Profifußball und Verein soll aufrechterhalten werden.“ Ende 2013 hatte sich die Rote Kurve, der Dachverband der Fans, aufgelöst. Zumindest auf dem Papier, sie machte fortan als Interessengemeinschaft weiter. „Unser Anspruch ist es, die entstandene Lücke zu schließen“, sagt Faust, „ich glaube, dass viele Fans darauf warten, dass es wieder ein gemeinsames Dach gibt.“ Und da sie nicht ins Stadion können, engagierte sich die Sparte immens in der Pandemie, sammelte Spenden und organisierte Hilfsaktionen. Christoph Hage

Die Abteilungen und ihre Leiter

Badminton (Steffen Brand), Bowling (Rüdiger Dzienziol), Darts (Andreas Rollwage), Fanabteilung (Justus Faust/ Michael Thiele), Fit&Kids (Gernot Gehrmann), Floorball (Jessica Schulz), Fußball (Hakan Alhan), Handicapsport (Sarah Schröder), Leichtathletik (Ralf Jurgeit), Schach (Marcello Sanasi), Schwimmen (Thomas Köhler), Sportkegeln (Thorsten Scheidler), Tanzen (Maurice Marshall), Tischfußball (Ann-Kathrin Knöfel), Tischtennis (Hans Teille), Tennis, Tradition (Thomas Hylla), Triathlon (Markus G. Werner)

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