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Home Sonderthemen Hannover Region Süd Hemmingen: Was wünschen sich Mütter?
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12:02 04.05.2020
Viele Frauen haben ein Faible für technische Geräte – Smartphones gehören dazu. Foto: Pixabay

Blumen sind unangefochten die Nummer eins der Aufmerksamkeiten zum Muttertag, zu Recht! Sie sind wundervoll anzusehen, duften hervorragend und eignen sich als Boten für Zuneigungsbekundungen aller Art. Denn der Symbolgehalt von Blumen hat sich über Jahrhunderte kulturell geprägt. Was wären Goethes Lobgesänge auf die Natur ohne deren schönste Pracht?

„Blumen sind die schönsten Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat“, so der deutsche Dichter und Naturforscher. Mutter Erdes Geschenk an die Lebewesen offenbart sich in einem einzigen Strauß auf dem Tisch. Und schon im alten Ägypten sollen Blumen in Verbindung mit Göttern gebracht worden sein. Pralinen sind ebenfalls bei vielen Müttern gern gesehen. Abends beim Fernsehfilm von der exquisiten Schokoladenauswahl naschen. Mit Blumen und Pralinen liegt man also immer richtig. 

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Nichtsdestotrotz führt eine Umfrage Überraschendes in Bezug auf die Mutterzunft zutage. So einige scheinen sich zum Muttertag auch Technisches zu wünschen. Mütter gehen mit der Zeit und dazu gehört unter Umständen ein Gutschein zur Beteiligung an einem Handy oder ein wasserdichter Lautsprecher für die Badewanne. Es empfiehlt sich, auf die versteckten Technik-Interessen der Mütter zu achten.

Auch Zeit für sich selbst steht bei den Wünschen hoch im Kurs. Ein Wellness- oder Kosmetikgutschein kann einiges an Verständnis für den Alltagsstress einer Mutter versinnbildlichen. lps/Jv


Süßes Präsent zum Muttertag: Leckere Kleinigkeit von Herzen für die Superfrau der Familie


Zutaten

■ 250 Gramm Mehl
■ 1 Messerspitze Backpulver
■ 100 Gramm Zucker
■ 1 Prise Salz
■ 1 Ei
■ 125 Gramm kalte Butter
■ Mehl für die Arbeitsplätze

Zubereitung

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und erst mit den Knethaken des Rührgerätes, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten.

Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einwickeln und mind. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Den gekühlten Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche 2 bis 3 Millimeter dick ausrollen und nach Belieben Plätzchen ausstechen.

Die ausgestochenen Exemplare auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im vorgeheiztem (200 Grad Celsius) für 8 bis 10 Minuten backen.

Nach dem Auskühlen können die Plätzchen nach Herzenslust mit buntem Zucker, gefriergetrocknetem Obst, Schokolade oder Zuckerguss verziert werden.

Tipp: Für die persönliche Note kann der Teig mit Zugabe wie Vanille oder Orangenschale verfeinert werden.


Wenn Frauen das Sagen haben

Bei den Mosuo ist ganzjährig Muttertag

Nahe der Berge des Himalaya ist der chinesische Volksstamm der Mosuo zu Hause. Eine verhältnismäßig kleine Kultur auf der Welt, die in den letzten Jahren allerdings globale Aufmerksamkeit erregte. Denn bei den Mosuo haben die Frauen das Sagen. Weibliche Familienvorstände haben den Vorrang, den Familiennamen weiterzugeben und das Eigentum zu vererben. Anders als im Patriarchat – also in einer eher männlich geprägten Kultur – folgt man bei den Mosuo der mütterlichen Blutlinie. Dies heißt nichts anderes, als dass die erwachsenen Kinder bei den Familien ihrer Mütter bleiben. Frauen und Männer wählen sich ihre Partner frei und durchaus nur vorübergehend aus. „Laufehe“ wird dieses Konzept genannt. Nach Sonnenuntergang sieht man haufenweise Motorräder durch die Landschaft brausen, mit Männern darauf, die ihre derzeitige Auserwählte über Nacht besuchen. Tagsüber halten sich beide Partner wieder bei ihren jeweiligen Familien auf.

Was hierzulande befremdlich anmutet, ist bei den Mosuo gang und gäbe. Beide Geschlechter sind – gemäß ihrer kulturellen Prägung – zufrieden damit. Doch die Devise des 21. Jahrhunderts sollte nicht lauten: Wer hat das Sagen, Frauen oder Männer? Vielmehr sollten Frauen und Männer gemeinsam und auf Augenhöhe gesellschaftliche Beiträge leisten.

Dennoch kann es nicht schaden, hin und wieder über den gesellschaftlichen Tellerrand zu schauen. Und wie ließe sich eine solche Botschaft der Wertschätzung der Frau zum Muttertag besser formulieren als mit dieser kleinen Anekdote über den Stamm der Mosuo? Vielleicht eingebunden beim Genuss eines exotischen Überrraschungsmenüs am Muttertag, um das Leben anderer Kulturen erspüren zu können? lps/Jv


Ist der Muttertag noch zeitgemäß?

Philosophin beschäftigt sich mit dem Thema


Die Frage kann gleich zu Beginn beantwortet werden. Ja, der Muttertag ist zeitgemäß; heutzutage und aktuell mehr denn je: nicht nur, um ihn zu zelebrieren oder den Aufgaben einer Mutter zeitweise mehr Beachtung zu schenken, sondern vor allem deswegen, um auf das Ungleichgewicht, welches die Mütter an allen übrigen Tagen im Jahr stemmen, aufmerksam zu machen.

Die Philosophin Silvia Federici hat sich mit ihrem unermüdlichen Einsatz für die Frauen einen Namen gemacht. Die über 70-jährige Italienerin legt den Finger auf die Wunde der Gesellschaft. Nach ihrer Ansicht leisten weltweit täglich Frauen und Mädchen über zwölf Milliarden Stunden Haus- und Pflegearbeit.

All jenes unbezahlt. Würde man ihnen dafür wenigstens den Mindestlohn zahlen, kämen pro Jahr Billionen an US-Dollar zusammen.

Federici sagt, die Trennung der Hausarbeit von produktiver Arbeit in den letzten Jahrzehnten geht ganz klar zu Lasten der Frauen. Denn es sind vor allem die Frauen, die arbeitstechnisch unentgeltlich Doppelschichten schieben, die ihre berufliche Laufbahn mit lebenslangen finanziellen Verlusten zugunsten der Familie einschränken, ohne dafür einen angemessenen Ausgleich zu erhalten. Oft verliert man im stressigen Alltag diese zusätzliche Arbeit der Mütter aus den Augen.

Am Muttertag hat man die Chance, diese Mehrarbeit zu würdigen und sich dafür aus tiefstem Herzen zu bedanken – aber auch die Mütter für die Zukunft stärker zu unterstützen. lps/Jv
  

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