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Home Sonderthemen Komplett Gebrauchte Handys haben Potenzial
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09:22 12.11.2020
Jetzt ein Festnetzanruf: Per App und WLAN sind Smartphones auch dazu in der Lage. Foto: Christin Klose/dpa-mag

Verbraucher sind es gewohnt, regelmäßig ein neues Smartphone zu bekommen: „Die Mehrheit der privaten Smartphone-Nutzer gibt an, sich immer das neueste Smartphone-Modell zu kaufen“, berichtet Melissa Kühn, Expertin für Nachhaltigkeit beim Branchenverband Bitkom. „Jeder Zweite hat sein Smartphone innerhalb der vergangenen zwölf Monate gekauft. Drei von zehn Nutzern haben ein 13 bis 24 Monate altes Gerät.“ Und: Jeder fünfte Handynutzer bewahrt sein ausrangiertes Gerät laut Bitkom einfach auf.

Oft sind diese alten Smartphones noch gut in Schuss, versauern aber irgendwo. Dabei verfügen sie über Fähigkeiten, die bei der Zweitnutzung wertvoll sind. Um diese hervorzukehren, sollte man das alte Telefon erst einmal von Ballast befreien: Fotos sichern, Kontakte, E-Mails, nicht benötigte Apps löschen.

Thorsten Neuhetzki von Inside-digital.de rät: „Am besten ist es, das Gerät auf Werkseinstellungen zurückzusetzen.“ Nebeneffekt: „Das Smartphone ist wieder schneller, da ein voller Speicher wie eine Bremse wirken kann.“ Dann Updates einspielen.

Eine erste Möglichkeit zur neuen Nutzung: Viele wissen gar nicht mehr, dass ihr Internetanschluss höchstwahrscheinlich auch Festnetztelefonie beinhaltet. Wer per Ortsvorwahl erreichbar sein oder günstig telefonieren möchte, aber nicht noch extra ein Festnetztelefon kaufen will, nutzt einfach das alte Smartphone. Viele Routerhersteller bieten zu ihren Geräten eine App an, mit der ein Smartphone im heimischen WLAN zum Festnetztelefon wird.

Ein Smartphone kann die Fernbedienung ersetzen

Ebenfalls praktisch: Das Smartphone kann die Fernbedienung des Fernsehers, des Media­players und vieler anderer Geräte ersetzen. Und das nicht nur, wenn es einen Infrarotsender verbaut hat. Viele Gerätehersteller bieten Apps zum Steuern von TV und Co. übers WLAN an.

Ein großer Vorteil ergibt sich für Neuhetzki dabei beim Schreiben: „Muss man komplizierte Codes oder Passwörter eingeben, geht das einfacher übers Smartphone als über die Fernbedienung.“ Sind die Batterien leer oder ist die Fernbedienung kaputt, können App-Lösungen auch überzeugen. Zudem kann man ein ausrangiertes Smartphone komplett zur Smart-Home-Steuerung für Licht, Heizung und Ähnliches abstellen.

Stereoanlagen dient jedes ältere Smartphone noch vortrefflich als Zuspieler von Musik aus Internet oder Heimnetzwerk – wenn nicht drahtlos, dann klassisch über ein Klinkensteckerkabel: „Das ist die praktischste Art, Handy und Anlage zu verbinden“, sagt Neuhetzki. Und wenn es kein Stream sein soll, lassen sich die Songs natürlich auch aus dem Smartphone-Speicher abspielen.

Stichwort Alarm und Überwachung: Smartphones stecken voller Technik, die eine zweite Karriere befördern können: Bewegungssensoren etwa helfen, Erschütterungen anzuzeigen und Alarm zu schlagen. Und: Apps können Sensoren und die Kamera so nutzen, dass diese sich bei Bewegungen oder Geräuschen aktiviert, so Neuhetzki. Beim Kamerazugriff, aber auch sonst gelte: Auf die Seriosität des Entwicklers achten und darauf, wie er mit den Daten umgeht.

Handy ist als Babyphone nutzbar

Auch als Babyphone lässt sich das alte Smartphone nutzen: Dazu stehen Dutzende Apps bereit, die genau geprüft werden sollten. Denn wie bei den Überwachungskameras geht es um höchst sensible Bereiche. Obendrein muss das System sicher funktionieren. Grundsätzlich geht es so: Das alte Smartphone mit installierter App liegt in der Nähe des Kinderbetts. Von dort aus überträgt es mögliche Geräusche über WLAN oder Mobilfunk an ein anderes Mobiltelefon oder Tablet, auf dem die App ebenfalls installiert ist.

Aber: Strahlung nicht unterschätzen

Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt in diesem Zusammenhang aber zu bedenken, dass Kinder empfindlicher auf Strahlung reagieren könnten als Erwachsene. Daher sollte man die Belastung so gering wie möglich halten: „Das wird durch einen größeren Abstand erreicht – zum Beispiel das Smartphone neben dem Bett, nicht im Bett“, erklärt eine Sprecherin der Behörde. Und: „WLAN verursacht in der Regel eine geringere Exposition als eine Mobilfunkverbindung und sollte bevorzugt werden.“ dpa


Grün ist nicht unbedingt grün: Zierpflanzen nachhaltig kaufen

Bei Zier- und Balkonpflanzen lohnt es sich, auf Label für ökologischen Anbau zu achten. Foto: iStockphoto.com/MmeEmil
Bei Zier- und Balkonpflanzen lohnt es sich, auf Label für ökologischen Anbau zu achten. Foto: iStockphoto.com/MmeEmil

Tomaten, Petersilie, Kirschen oder Haselnüsse: Wenn Essbares nach bestimmten Vorgaben produziert wird, kann es ein Biosiegel erhalten. Bei Zierpflanzen wie Hortensien, Flieder oder Petunien ist das nicht unbedingt der Fall. „Es gibt keine gesetzliche Grundlage für den ökologischen Gartenbau“, sagt Laura Gross von der Verbraucher-Initiative. „Die EG-Öko-Basisverordnung bezieht sich auf die Landwirtschaft im Sinne der Lebensmittelkette.“ Wer nachhaltig produzierte Zierpflanzen für Garten und Balkon kaufen will, muss derzeit also oft noch bewusst danach suchen.

Es gibt auch nur wenige Label für den Zierpflanzenmarkt. GlobalGAP ist ein Beispiel dafür. Es wird aber nur an Zulieferer gegeben, Verbraucher finden es daher nicht im Handel. Aber: Diese Waren können das GGN-Label für zertifizierte Aquakultur und zertifizierten Zierpflanzenbau erhalten, mit dessen Nummer Verbraucher über ein Onlineportal sogar den Anbauer ausfindig machen können. Ein zweites Label ist etwa das niederländische Zeichen Milieu Projekt Siertee, und nur für Geranien gibt es ein ProPlanet-Zeichen.

Auch muss man in das Kleingedruckte der Vergabe schauen: „Bei international gehandelten Pflanzen ist das Transfair-Siegel ein guter Wegweiser – wobei fair nicht immer auch bio heißt“, nennt Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein Beispiel. Er rät daher, Siegeln nicht blind zu vertrauen. Eine vergleichsweise gut bekannte Orientierung für Blumen, Stauden und Ziergehölze aus Bioanbau bieten die Zeichen ökologischer Anbauverbände – zum Beispiel Demeter, Bioland und Naturland. „Mit der Biozertifizierung geht man schon einen guten Weg beim Einkauf“, so Wessel.

Es lohnt sich für Hobbygärtner aber auch, sich bei regionalen Gärtnern direkt nach ihren Pflanzbedingungen zu erkundigen. „Kleine Gärtnereien, die ökologisch produzieren, können sich eine Zertifizierung nicht unbedingt leisten“, erklärt BUND-Experte Wessel. dpa/tmn
      

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