Menü
Anmelden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover

Home Sonderthemen Komplett Frühzeitig vorsorgen
Anzeige
13:15 18.03.2019
Vorsorgevollmacht und Co.: Vorkehrung treffen ist wichtig. istockphoto.com/marchmeena29
Gesundheitswochen im CCL
CMS Pflegewohnstift Pattensen
Paula
Anzeige

Von Martina Steffen

Selbst über das eigene Leben bestimmen, auch im Alter – das ist vielen Menschen sehr wichtig. Deshalb sollte jeder frühzeitig festlegen, wie er im Krankheitsfall behandelt werden möchte oder wie Angelegenheiten in seinem Sinne geregelt werden sollen. Eine Patientenverfügung bietet die Möglichkeit, medizinische Behandlungswünsche festzulegen. Sie muss absolut eindeutige Formulierungen enthalten, damit Familie und Ärzte im Sinne des Betroffenen entscheiden können. Dafür gibt es genaue rechtlichen Vorgaben. Eine Patientenverfügung ist für Ärzte juristisch bindend. Sie tritt in Kraft, wenn jemand aufgrund eines Unfalls, von Organversagen, Demenz oder einer schweren Erkrankung selbst nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen über medizinische Eingriffe zu treffen. Deshalb sollte man sich zum Beispiel mit seinem Hausarzt beraten und festlegen, welche Behandlungen in welchen Situationen gewünscht oder ausgeschlossen sind.

Laut Bundesgerichtshof muss eine Patientenverfügung konkret auf einzelne medizinische Behandlungen sowie bestimmte Krankheiten eingehen. Wer beispielsweise keine lebenserhaltenden Maßnahmen wünscht, muss das ganz eindeutig schriftlich festhalten. In der Patientenverfügung muss stehen, dass zum Beispiel bei einem schweren Schlaganfall mit absehbarer Pflegebedürftigkeit auf lebenserhaltende Maßnahmen verzichtet werden soll. Bei allem gilt: So konkret wie möglich formulieren – also, dass keine künstliche Beatmung und Ernährung über Sonde oder Infusion erfolgen soll. Dazu gehört auch die Frage nach einer Organspende. Die Patientenverfügung sollte am besten von einem Notar beglaubigt werden.

Mit einer Vorsorgevollmacht wird eine Person des Vertrauens bevollmächtigt, bestimmte Angelegenheiten für den Betroffenen zu regeln. Die ausgewählte Person wird aufgrund der erteilten Vollmacht zum Vertreter. Eine Vorsorgevollmacht muss sich nicht auf alle möglichen Angelegenheiten beziehen, sondern kann sich auf bestimmte Bereiche beschränken, zum Beispiel eine Vertretung in finanziellen Dingen.

Vorteil einer Vorsorgevollmacht ist, dass für die Angelegenheiten, für die diese erteilt wurde, kein gerichtliches Betreuungsverfahren erforderlich ist. Im Krankheitsfall gibt es keine gesetzliche Vertretung von Ehepartnern untereinander oder von Eltern gegenüber ihren Kindern oder umgekehrt. Wenn jemand aufgrund einer plötzlichen Erkrankung seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann und keine Vorsorgevollmacht besteht, muss das Gericht jemanden bestimmen, der den Betroffenen vertritt. Das ist das sogenannte Betreuungsverfahren.

Wer ein gerichtliches Betreuungsverfahren verhindern möchte, sollte eine möglichst umfassende Vorsorgevollmacht ausstellen. Eine bestimmte Form gibt es nicht, grundsätzlich ist auch keine notarielle Beurkundung nötig – die Ausnahme ist, wenn Grundbesitz gekauft oder verkauft werden soll. Wichtig ist jedoch, dass die Vorsorgevollmacht schriftlich ausgestellt wird. Eine wirksame Vollmacht können nur Personen ausstellen, die auch geschäftsfähig sind. Da die Vorsorgevollmacht gerade für den Fall ausgestellt wird, dass bestimmte Dinge nicht mehr eigenverantwortlich geregelt werden können und in einem solchen Fall mitunter Zweifel an der Geschäftsfähigkeit auftreten können, ist es ratsam, eine Vorsorgevollmacht rechtzeitig auszustellen.


Freundschaften im Alter sind wichtige Stützen. istockphoto.com/shironosov
Freundschaften im Alter sind wichtige Stützen. istockphoto.com/shironosov

Von Bernadette Winter 

Je älter wir werden, desto schwieriger wird es, Freundschaften zu pflegen oder gar neue zu schließen. Die beste Freundin aus Schulzeiten ist längst verstorben, der Kumpel aus dem Fußballverein lebt zu weit weg. Wie sich das soziale Netz wieder erweitern lässt.

Ab einem Alter von 30 Jahren geht etwa alle fünf Jahre eine Person im Freundeskreis verloren. „Die Clique verstreut sich in alle Himmelsrichtungen, verschiedene Lebensentwürfe machen es schwierig, den Kontakt zu halten“, erklärt der Sozialwissenschaftler Eckart Hammer. Dabei ist soziale Interaktion das, was unser Leben verlängert und uns geistig gesund hält. Es geht nicht nur um Interaktion zwischen Gleichaltrigen, sondern auch um generationsübergreifende Kontakte. Das können die Enkel- oder Wahl-Enkelkinder sein oder Grundschulkinder, denen man bei den Hausaufgaben hilft. Beide Seiten profitieren: Die Älteren bleiben aktiv, die Jüngeren werden idealerweise altruistischer. Zudem erweitert sich durch solche Bekanntschaften das Netzwerk. Man hat jemanden, der einem im Fall der Fälle helfen kann.

Schlimm sei die Einsamkeit, nicht das selbst gewählte Alleinsein, sagt Franz Müntefering. Der ehemalige Vizekanzler engagiert sich als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren- Organisationen (BAGSO).

Wer im Alter neue Freunde kennenlernen will, dem bieten sich weniger Gelegenheiten als noch mit Mitte 30. Also muss man sich Gelegenheiten schaffen: von der Volkshochschule über Tanzkurse bis zu Bildungsveranstaltungen. Auch ein Hund ist eine prima Kontaktbörse. Müntefering regt an, Bewegung und Begegnung zu verbinden und beispielsweise einem Senioren- Sportverein beizutreten: „Wer sich zwei Mal die Woche trifft und gemeinsam spazieren geht, lernt garantiert neue Menschen kennen.“ Eine andere Gelegenheit sind Mittagstische, wie sie Vereine, Pflegeeinrichtungen oder Mehrgenerationenprojekte anbieten.

Hammer empfiehlt, Freundschaften gut zu pflegen, um im Alter nicht alleine dazustehen. „Man kann auch mal dem Freund oder der Freundin einen Brief schreiben und betonen, wie wichtig einem der andere ist.“ Zudem könne es sinnvoll sein, darüber nachzudenken, wen man noch von früher kennt, aber aus den Augen verloren hat. Vielleicht lässt sich so auch mithilfe des Internets eine alte Bekanntschaft neu beleben. Überhaupt bietet das Internet viele Möglichkeiten. „Je älter wir werden, desto mehr wird das Netz unser Fenster zur Welt“, sagt Hammer. Spezielle Seniorenplattformen können ähnlich wie Partnerschaftsbörsen dabei helfen, genau den neuen Freund zu finden, der zu einem passt. Darüber hinaus ist ehrenamtliches Engagement eine Option, um Kontakte zu knüpfen. „In vielen Städten gibt es Ehrenamtsvermittler, die einem weiterhelfen, falls man für sich noch nicht das Richtige gefunden hat oder selbst Hilfe braucht“, weiß Müntefering. „Alt ist, wer nichts Neues mehr anfängt“, fasst Hammer zusammen. Insofern seien spät geschlossene Freundschaften auch eine Chance, sich neu zu erfinden. Man kann sich ganz genau überlegen, was man von sich preisgibt.

Bestimmte Medikamente hemmen die Gehsicherheit bei älteren Menschen. Vorsicht ist geboten. istockphoto.com/Thomas_EyeDesign
Bestimmte Medikamente hemmen die Gehsicherheit bei älteren Menschen. Vorsicht ist geboten. istockphoto.com/Thomas_EyeDesign

Bestimmte Medikamente sorgen bei älteren Menschen für weniger Sicherheit beim Gehen – und damit für höhere Sturzgefahr. Das sind zum Beispiel Antidepressiva und Neuroleptika, aber auch Mittel gegen Bluthochdruck oder Herz-Rhythmus-Störungen, wie die Apothekerkammer Niedersachsen erläutert. Gefährdet sind eventuell auch Senioren mit einer sogenannten Polymedikation, die also dauerhaft mehr als drei Arzneimittel einnehmen.

Um die Sicherheit beim Gehen wieder zu erhöhen, können Betroffene ihren Arzt bitten, die verschiedenen Medikamente und ihre Wirkstoffe auf Neben- und Wechselwirkungen zu überprüfen. Zudem sollten sie Stolperfallen im Haushalt möglichst beseitigen, lose Teppiche oder herumliegende Kabel zum Beispiel. Haltegriffe geben zusätzliche Sicherheit, ebenso wie eine ausreichende Beleuchtung, die dabei aber nicht blenden darf. dpa/tmn

1
/
2
Datenschutz