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06:54 03.01.2019
Das ist unsere Gewinnerin: Sommerliche Grüße aus Cairns sendet Jule

Dieses Jahr feiere ich Weihnachten etwa 15 000 Kilometer entfernt von meiner Familie und meinen Freunden. Ich bin in Australien und werde mit meinem Freund die Ostküste von Dezember bis Februar bereisen. Die ersten Monate meines Aufenthaltes habe ich bereits hinter mir. Ich durfte in Melbourne direkt am Strand für drei Monate in einem Restaurant arbeiten.

Da im August in Australien Winter war, habe ich dort an einer Tradition teilgenommen: „Christmas in August“. Damit man Weihnachten im Winter hat, feiern hier manche Australier mit ihren Freunden Weihnachten im August. Ich durfte mit einer Freundin dabei sein. Sie lebt schon länger in Melbourne. Wir saßen mit etwa 20 Freunden mit Weihnachtsmützen in einem Restaurant und haben zusammen den Abend mit leckerem Essen und netten Gesprächen verbracht. „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ heißt es so schön in einem der vielen Weihnachtslieder. In Australien verstehe ich es, warum es „Röckchen“ heißt. Mehr als kurze Sachen werde ich wohl dieses Weihnachten nicht tragen, und ich muss sagen: Ich vermisse das graue Deutschland zu Weihnachten. Es ist einfach nicht das Gleiche. Schneeflöckchen gibt es maximal auf meinem Eis, das ich zum Abkühlen brauche.


Jedes Jahr bekomme ich von meinen Großeltern einen selbst gemachten Adventskalender. Dieses Jahr begleitet mich der Hannover-Adventskalender, der mir von meiner Familie zugeschickt wurde. Meine größte Sorge ist dabei, dass die Schokolade bei der Hitze schmelzen könnte. Im Paket war auch ein aufblasbarer Adventskranz, der mich durch die Adventszeit begleitete. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an meine Familie für das Weihnachtspaket. Die Freude darüber war riesig.

Die Kälte draußen und die Dunkelheit am Abend, die mir automatisch drinnen ein gemütliches Weihnachtsgefühl vermitteln, fehlen mir ebenfalls. Den traditionellen Kartoffelsalat von meiner Oma und die Bockwürste werde ich auch vermissen.

Hier in Australien hat gerade der Sommer begonnen. Daher ist das Weihnachtsgefühl nicht wirklich vorhanden. Die Weihnachtsdeko in der Stadt glänzt in der prallen Sonne neben den Palmen – für mich ein sehr ironisches Bild, mit dem ich mich erst einmal anfreunden musste.

Dass man hier Weihnachten am 25. Dezember feiert, ist recht ungewohnt. Einen Tag länger auf Weihnachten warten … na gut. Ob ich wirklich am 25. oder wie gewohnt am 24. Dezember Weihnachten feiere, überlege ich mir wohl spontan. Oder ich feiere einfach an beiden Tagen. Wo ich Weihnachten verbringe, weiß ich noch nicht genau – vermutlich irgendwo zwischen Cairns und Brisbane. Zum Glück reist mein Freund mit mir, dann bin ich zumindest nicht allein. Wir sind gespannt, wie unsere Festtage werden. Eines steht fest: Es wird komplett anders und sehr warm. Ich wünsche allen frohe und besinnliche Weihnachten. Genießt die Zeit mit eurer Familie und den Leuten, die ihr gerne habt. Jule Licker


Frohes Fest, Lukas
Frohes Fest, Lukas

Ich mache zurzeit ein Auslandsjahr in Indien. Ich bin hier seit dem 3. Juli und komme am 9. Mai zurück. An Weihnachten sind es also schon fast sechs Monate.

Der Alltag hier ist ziemlich normal: Ich gehe wie in Deutschland zur Schule, ins Fitnessstudio und spiele Tennis. Allerdings wird das alltägliche Geschehen hier häufig unterbrochen, weil es hier ständig irgendwelche Festivals gibt. Dazu gehört leider kein Weihnachten, weil hier vorwiegend Hindus und Moslems leben, und so werde ich das ganze Fest verpassen. Das ist wirklich sehr schade, weil die Weihnachtszeit eine meiner Lieblingszeiten im Jahr ist. Ich vermisse die ganze festliche und feierliche Stimmung und natürlich die Vorfreude, die zu Hause alle teilen. An Weihnachten wird mir insbesondere meine Familie fehlen.

Mit Freunden und Familie halte ich über Whatsapp, Instagram und Facetime Kontakt, und ich hoffe sehr, dass ich an Weihnachten wenigstens das Geschenkeauspacken per Facetime miterleben kann. Grüße sende ich auch an die 11d der Lutherschule und natürlich an meine Familie. Lukas Raymann


Erst der Kirchgang, dann der Absacker

Lange her: NP-Mann Christoph Dannowski vor acht Jahren mit seinem inzwischen verstorbenen Vater Hans Werner und Mutter Edith. RAINER DRÖSE
Lange her: NP-Mann Christoph Dannowski vor acht Jahren mit seinem inzwischen verstorbenen Vater Hans Werner und Mutter Edith. RAINER DRÖSE

Wie überragend wichtig das Weihnachtsfest für meine Eltern und mich immer war, lässt sich gewiss schon beim Beruf meines Vaters erahnen: Er war Pastor. Und so waren sowohl der Heilige Abend als auch beide Feiertage geprägt von vielen Kirchgängen und einem straffen Zeitplan. Wenn der Vater an allen drei Tagen im Stress ist, fällt das Faulenzen auf dem Sofa genauso flach wie Besuche bei Freunden und Verwandten.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Zeit zwischen 1980 und 1998. Zwischen meinem 15. und dem 33. Lebensjahr war mein verstorbener Vater Hans Werner Stadtsuperintendent und Hauptpastor der Marktkirche. Besonders der 24-Uhr-Gottesdienst am 24. Dezember lag ihm sehr am Herzen. Bis 21 Uhr mussten wir daheim durch sein mit Abendessen und Bescherung, dann zog sich mein Vater zurück und ging noch einmal seine Predigt durch. Alles musste passen, der letzte Heiligabend-Gottesdienst war war Kult. Bis zu 1500 Menschen drängten sich im Gotteshaus, standen an allen Wänden und saßen auf den Teppichen unterm großen Kreuz und auf den hölzernen Stufen zur Kanzel.

Um 22.30 Uhr machten wir uns auf den Weg in die längst völlig überfüllte Kirche. Weil unsere reservierten Plätze direkt neben meinem Vater im Altarraum waren, mussten wir einmal längs durch die Marktkirche unter den bisweilen neidischen Blicken Hunderter Besucher, die eng an eng jeden Quadratzentimeter besetzten.

Meiner Frau, die ungern in der Öffentlichkeit steht, war das unendlich peinlich, auch ich hätte gerne darauf verzichtet. Kam man sich doch vor wie das Mitglied einer Adelsfamilie im 19. Jahrhundert, das am Pöbel vorbei in seine geweihte Loge zieht. Immerhin: Nach dem feierlichen Zeremoniell mit Chormusik, einer meistens prachtvollen Predigt meines Papas und dem stehend gesungenen „O du fröhliche“ bin ich stets noch in der Altstadt geblieben. Als Jugendlicher hat es mich meistens in die „Baggi“, die Osho-Disko am Raschplatz, verschlagen, als Erwachsener mit Freundin oder Frau haben wir uns mit Freunden auf einen Absacker getroffen. Da habe ich dann gerne in der hintersten Ecke der Kneipe gesessen. Christoph Dannowski

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