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Home Sonderthemen Hannover Stadt Nord Eine Postkarte darf dieses Jahr nicht fehlen
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09:21 03.01.2019
Weihnachtsgrüße aus Western Australia, eure Alina

Es ist nun schon vier Monate her, dass ich mein Work-andTravel-Abenteuer in Australien begonnen habe. Die ersten fünf Wochen habe ich Freiwilligenarbeit auf einer Farm im Bundesstaat New South Wales geleistet. Was auf der Karte wie eine kurze Entfernung aussieht, die man in wenigen Stunden zurücklegen kann, war in Wirklichkeit eine achtstündige Zugfahrt von Sydney aus.

Mittlerweile lebe ich seit fast drei Monaten in Cunderdin, einem kleinen Ort mit 700 Einwohnern in Western Australia, etwa 120 Kilometer östlich von Perth. Ich arbeite hier als Au-pair und kümmere mich um zwei supersüße Jungen im Alter von sechs und acht Jahren. Zu meinen Aufgaben zählt es, die beiden morgens für die Schule fertig zu machen, das heißt, ihnen Frühstück zu machen und beim Zähneputzen und Anziehen zu helfen. Zwischen 9 und 15 Uhr, wenn die Kinder in der Schule sind, arbeite ich zusätzlich in einer Baumschule, um möglichst viel Geld für meine Weiterreise zu verdienen. Ende Januar soll es mit einer Ostküstentour weitergehen und einem anschließenden Urlaub auf Bali.

Aber nun ist Weihnachten, und ich kann es kaum erwarten, das erste Mal die Festtage bei durchschnittlich 40 Grad Celsius am Strand von Busselton zu verbringen und nicht wie sonst bei Eis und Schnee in Hannover. Ich kann mir vorstellen, dass es sich nicht wirklich wie Weihnachten anfühlen wird, weil es nur Plastiktannenbäume gibt, die direkt nach Halloween überall aufgestellt wurden. Statt des gemütlichen Kerzenscheins im Haus gibt es ein Barbecue am Strand. Auch die Vorweihnachtszeit vermittelte kaum Weihnachtsstimmung, denn die Australier kennen keine Adventszeit und verbringen die vier Sonntage vor Heiligabend lieber am Pool. Trotzdem scheint Weihnachten hier ein großes und beliebtes Fest zu sein, denn die ersten weihnachtlichen Dekorationen habe ich schon Mitte Oktober gesehen


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Besonders dieses besondere Gefühl von Weihnachten wird mir fehlen, ebenso das gemütliche Zusammensitzen mit der Familie, der Duft von frisch gebackenen Plätzchen, der Anblick der Schneelandschaft im Garten und natürlich das Bummeln auf den Weihnachtsmärkten. Dank der Technologie heutzutage und einem Video-Call über Whatsapp ist das Heimweh an den Feiertagen nicht ganz so groß, auch wenn es wegen der siebenstündigen Zeitverschiebung manchmal etwas schwierig ist. Aber auch eine Postkarte aus 14 000 Kilometern Entfernung darf dieses Jahr nicht fehlen. Ich denke an euch zu Hause in Hannover und ich freue mich schon, euch alle nächstes Jahr im August wiederzusehen. Besondere Grüße gehen an meinen Bruder, der Weihnachten dieses Jahr auch nicht zu Hause verbringt, sondern aufgrund eines Auslandssemesters in Barcelona ist. Ich vermisse dich wirklich sehr und natürlich auch meine Eltern, Großeltern und Freunde in Hannover. Ich wünsche euch und allen Lesern eine wundervolle Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2019. Alina Orlow


heute wird es geöffnet, das letzte Türchen am Adventskalender. Das Warten auf Weihnachten ist damit (fast) zu Ende. Es ist hierzulande eine lieb gewonnene Tradition, sich die letzten 24 Tage bis zum Fest mit einem Kalender zu versüßen. Türchen für Türchen, Blatt für Blatt oder Schachtel für Schachtel. Gefüllt mit Schokolade, Sprüchen, kleinen Aufmerksamkeiten, selbst gebastelt oder ausgewählt aus einer Vielzahl bunter Angebote in den Supermarktregalen. Kinder lieben es, frühmorgens gespannt hinter das nächste Türchen zu linsen. Das gibt es nur zu Hause, oder etwa nicht?

Tatsächlich ist dieser süße Brauch in anderen Ländern weniger bekannt. Und so mussten viele unserer Weltenbummler, die uns geschrieben haben, darauf in diesem Jahr verzichten. Was vermissen sie in der Ferne, wollten wir von ihnen wissen. Den Adventskalender nannten fast alle. Emma Sörensen aus Völksen, derzeit in Tennessee, USA, zu Hause, schreibt: „Dieses Gefühl, jeden Tag aufzuwachen und ein Türchen aufmachen zu können, war immer ein schöner Start in den Tag.“ Camie Petermann in Kanada wollte darauf auf gar keinen Fall verzichten. Ihre Familie fand schließlich einen Weg: Und so öffnete die 16-Jährige ihre Türchen in diesem Jahr am Smartphone. Die Petermanns aus Kirchrode schickten täglich ein Foto. Lasse Just aus Bemerode ließ sich prompt den Hannover-Adventskalender nach Ghana senden und naschte bei sommerlichen Temperaturen Weihnachtsschokolade.

Lesen Sie auf den folgenden Seiten, wie Menschen aus Hannover und der Region, die ihre Heimat auf Zeit verlassen haben, Weihnachten feiern. Welche Bräuche haben sie in der Ferne kennengelernt, und welche Traditionen haben sie kurzerhand in ihrem neuen Zuhause übernommen?

Wir haben in den vergangenen Wochen Weihnachtspost aus aller Welt eingesammelt. Familien und Freunden, die zu Hause geblieben sind, wollen wir gemeinsam mit Aupairs, Austauschschülern, Studenten, Urlaubern und Freiwilligendienstlern heute damit eine Freude machen. Denn das haben alle gemeinsam – den Wunsch, lieben Menschen zu Hause zu sagen: Ich denke an euch. Lesen Sie außerdem heitere Geschichten passend zur Weihnachtszeit. Und erfahren Sie, wie das schönste Fest des Jahres der Citipost Rekordzahlen beschert. Dieses Magazin ist unser Weihnachtstürchen an Heiligabend für Sie, liebe Leser. Und mehr noch: Als Dankeschön fürs Mitmachen haben wir unter den vielen Reisenden, die uns ihre Grüße geschickt haben, ein hochwertiges iPad verlost. Jule Licker aus Hannover ist unsere Gewinnerin. Knapp 15 000 Kilometer trennen die 19-Jährige in Australien zurzeit von ihren Lieben in Misburg. Lesen Sie ihre Geschichte neben vielen weiteren in dieser Ausgabe. Alle Grüße, die in diesem Jahr in unserem Weihnachtspostfach gelandet sind, finden Sie außerdem in unserem Onlineportal weihnachten-inhannover.de.

Wir wünschen viel Freude beim Lesen und wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest. Nadine Kirst


Die ganze Familie feiert gemeinsam

Merry Christmas, euer Colin
Merry Christmas, euer Colin

Ich bin seit September in den USA im Staat Washington in Aberdeen. Ich werde hier ein Schuljahr bleiben. Zuerst war ein halbes Jahr geplant, doch ich habe mich umentschieden. Im Juni 2019 fliege ich wieder nach Deutschland. Ich lebe hier in einem großen Haus mit meinen Gasteltern und fünf anderen Kindern. Das heißt natürlich Stress, aber andererseits ist es hier nie langweilig und es gibt immer etwas zu tun. Da ich zur Schule gehe, sieht mein Alltag ganz normal aus: Der Schulbus, wie man ihn aus Filmen kennt, holt mich und die andere Austauschschülerin, die aus Thailand stammt, um 7.10 Uhr ab. In der Schule gehen wir erst einmal in die Cafeteria, wo wir ein kostenloses Frühstück bekommen. Man hat eine kleine Auswahl, und eigentlich ist immer etwas Leckeres dabei. Dann beginnt der Unterricht. Um 12.30 Uhr bekommen wir unser Mittagessen, ebenfalls gratis. Anschließend folgen noch zwei Stunden Schule, und es geht wieder nach Hause – mit dem Schulbus natürlich. Zu Hause erledige ich Hausaufgaben und manchmal den Abwasch, um meine Gasteltern etwas zu entlasten. Am Nachmittag treffe ich mich mit Freunden oder bleibe einfach mal zu Hause und schaue – typisch Amerika – American Football oder Basketball. Gegen 17.30 Uhr kommen die Kinder, dann ist wieder viel los.

Da meine Familie sehr christlich ist, feiern wir Weihnachten und mein erstes Thanksgiving. Wir verbringen die Festtage zu Hause, die ganzes Familie kommt. Alle essen gemeinsam und vertreiben sich dann mit Spielen die Zeit. Was ich vermisse: natürlich meine Familie. Wir feiern Weihnachten immer mit der ganzen Familie, und ich vermisse das Zusammensitzen, auch wenn wir das hier auch machen. Aber mit der eigenen Familie ist es doch nochmal etwas anderes. Den Kontakt mit Familie und Freunden in Deutschland zu halten gestaltet sich leider etwas schwierig – aufgrund der Zeitverschiebung.

Vermutlich über Facetime werden wir uns an Heiligabend hören und sehen und uns ein fröhliches Weihnachtsfest wünschen. Ich grüße meinen Bruder, meine Mama und meinen Papa: Ich vermisse euch! Natürlich vermisse ich auch alle andere Familienmitglieder, meine Freunde aus der Schule und alle, die ich von meinem Hobby als Schiedsrichter kenne. Auch alle anderen Freunde möchte ich grüßen. Colin Gentile

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