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Home Sonderthemen Hannover Region Nord-West Das große Fest mitten im Sommer
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13:49 03.01.2019
Grüße vom Strand, eure Miriam

Eigentlich lebe ich in Wunstorf, aber seit August darf ich Waiuku, eine kleine Stadt südlich von Auckland, als meine neue Wahlheimat bezeichnen. Hier in Neuseeland arbeite ich für neun Monate als Au-pair in einer Gastfamilie und werde von drei Jungen im Alter von neun bis zwölf Jahren auf Trab gehalten.


Zum Zeitpunkt meiner Landung steckte Neuseeland noch im nassen Winter, und mein Körper musste sich erst einmal an diese im Vergleich zum deutschen Sommer niedrigen Temperaturen gewöhnen. Tatsächlich waren es aber nie weniger als zehn Grad Celsius, was für „Kiwis“ jedoch eine normale Temperatur ist, um barfuß und in kurzer Hose herumzulaufen. Für mich jedenfalls war das definitiv zu kalt. Deshalb habe ich fast den ganzen ersten Monat über gefroren.


Es ist ein verwirrendes Gefühl, bei strahlendem Sonnenschein und in kurzen Sommersachen durch die Geschäfte der Stadt zu schlendern und dort auf die üblichen Weihnachtsklassiker zu treffen.


Nun ist es Dezember, und wie ich höre, ist der Winter auch in Deutschland angekommen. Man kriegt über das Smartphone mit, wie alle allmählich in Weihnachtsstimmung kommen, und ich denke daran, wie es wäre, auf unseren Weihnachtsmarkt zu gehen, Schmalzkuchen zu essen und Glühwein zu trinken. Wie es wäre, einfach nur zu Hause vor unserem Kamin oder an Heiligabend mit meiner Familie unter unserem Weihnachtsbaum zu sitzen. Statt all dem habe ich dieses Jahr die Möglichkeit, ein ganz anderes Weihnachten zu erleben. Ein Weihnachten im Sommer am anderen Ende der Welt, wo tagsüber im Meer gebadet und abends am Strand gegrillt wird. Es ist ein verwirrendes Gefühl, bei strahlendem Sonnenschein und in kurzen Sommersachen durch die Geschäfte der Stadt zu schlendern und dort auf die üblichen Weihnachtsklassiker zu treffen.

Dennoch habe ich mich auf die Weihnachtszeit gefreut. Ich werde mir definitiv ein Stück des deutschen Advents in Form von Plätzchenbacken mit den Kids und selbst zubereitetem Glühwein für die Erwachsenen nach Neuseeland holen. Ich bin aber gleichzeitig auch gespannt, welche Traditionen mich hier noch erwarten werden.

Ich wünsche allen Lesern ein schönes Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2019. Miriam Leffers


Unvergessliche Momente sind das größte Geschenk

Manfred und Brigitte Negelmann packen Geschenke für die Weihnachtsstube ein. DOMINIIK FLINKERT
Manfred und Brigitte Negelmann packen Geschenke für die Weihnachtsstube ein. DOMINIIK FLINKERT

Heiligabend unter dem Weihnachtsbaum? Mit der Familie gemütlich zusammensitzen und warten, dass der Weihnachtsmann an die Tür klopft und die Geschenke verteilt? Ja, diese besonderen Momente kennen auch Journalisten. Aber: Gerade Lokaljournalisten schauen an diesem Tag bei vielen anderen Menschen vorbei, deren Weihnachtsfest nicht nach dem Standardmuster mit Familientreffen, Kartoffelsalat und Würstchen oder Fondue verläuft.

Da gibt es jene, die am Heiligabend arbeiten müssen – das Leben geht eben in vielen Bereichen auch an solchen Feiertagen weiter. Natürlich berichten lokale Zeitungen immer mal wieder von Polizisten, die sich mit Lebkuchen durch den Abend trösten und hoffen, dass die weihnachtliche Stimmung nicht kippt und sie häuslichen Streit schlichten müssen. Ich entsinne mich an einen Heiligabend in den 1990er-Jahren, als wir uns mit einem Weihnachtsmann vor der Langenhagener Wache verabredet hatten und die Diensthabenden überraschten. Sie freuten sich über die willkommene Abwechslung – ebenso wie Schwestern und Pfleger im Krankenhaus Großburgwedel, als ein Chor dort die Patienten und Beschäftigten mit einem kurzen Ständchen in Weihnachtslaune versetzte.

Denn auch das gehört zu Heiligabend: Menschen, die ihre freie Zeit geben, um anderen einen unvergesslichen Moment zu schenken. So öffnet seit Jahrzehnten die Weihnachtsstube der Emmausgemeinde in Langenhagen und lädt Menschen zu einer Feier ein, die sonst allein vor dem Fernsehgerät sitzen würden. Die Ehrenamtlichen bereiten kleine Bastelarbeiten vor, es gibt traditionell ein gemeinsames Essen, stimmungsvolles Licht und natürlich auch Weihnachtslieder zum Mitsingen. Die Stimmung: warmherzig und vielleicht weniger angespannt als in so mancher Familienrunde. Wer am späten Heiligabend in seine – vielleicht andeleere Wohnung – zurückkehrt, fühlt sich deshalb in besonderer Weise beschenkt.

Das wiederum gilt auch für Lokaljournalisten, die solche Situationen erleben und beschreiben dürfen. Und insofern haben der Heiligabend und das Weihnachtsfest auch für Menschen, die an diesen Tagen arbeiten, einen besonderen Reiz – der sich hoffentlich vielfältig auch in diesem Jahr wieder einstellt, bei Hauptberuflichen und bei Ehrenamtlichen. Antje Bismark

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